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Pressespiegel

14Jun

Stormarner Tageblatt vom 14. Juni 2014

Stormarner Wochenschau

www.wiedenroth-karikatur.de

Ganz gewaltig auf Sand gebaut

Sandige Sache Warum kann bei einem Bauprojekt nicht mal alles glatt gehen? Da will die Stadt am Kurpark einen Kreisverkehr bauen - es gibt ja ordentlich Fördermittel. Die Stadtwerke erneuern in dem Zusammenhang gleich ein paar Leitungen - das ergibt Sinn. In der Folge bricht in Oldesloe das absolute Verkehrschaos aus. Stau in alle Richtungen. Es geht kaum noch was, von fahren kann ohnehin keine Rede sein. "Es wird ja bald besser, die Arbeiten liegen im Zeitplan, zur Urlaubszeit ist eine Spur wieder frei", wurde bislang kommuniziert. Das hat wohl auch der Baustellensand gehört und sich gedacht, wenn die in Urlaub fahren wollen, kann ich auf Wanderschaft gehen. Sprach's und setzte sich Richtung Beste in Bewegung. Die Arbeiten standen und die frisch verlegten Rohre sackten ab. Super.

Was dann kommt, ist fast schon ein Pawlowscher Reflex. "Das hat natürlich niemand erwartet", verkündet die Verwaltung. Ach ne, alles andere wäre ja wohl noch schöner. Als Laie fragt man sich: Habt ihr kein Bodengutachten erstellen lassen? Wenn doch, müsste man vielleicht mal ein ernstes Wort mit dem Gutachter reden. Oder sollten dessen Empfehlungen nicht befolgt worden sein? Quasi im selben Atemzug kommt die Beteuerung, dass für die umstehenden Häuser natürlich keine Gefahr besteht. Ja, dann wollen wir mal hoffen, dass der Sand das auch weiß und sich daran strikt hält. Nicht, dass die Vision unseres Karikaturisten doch noch wahr wird ...

Subjektive Lage Mit Pauschalurteilen sind Menschen fix bei der Hand. "Früher war alles besser" ist beispielsweise nur eines der vorschnellen Urteile. Nicht wenige lassen auch an jungen Leuten kein gutes Haar und stellen diese per Rundumschlag in die subjektive Ecke: "Die Jugend taugt nichts." Punkt, aus und Schluss! Schön, dass diese Pessimisten ein ums andere Mal Lügen gestraft werden. Allein das seit sieben Jahren laufende Projekt "Drug Scout" der Therapiehilfe und des Beratungszentrums Südstormarn steht dafür Pate und nimmt Uneinsichtigen mächtig den Wind aus den Segeln. Denn was die Jugend in diesem Programm "Prävention statt Promille" leistet und auf die Beine stellt, ist aller Ehren wert. Erst werden Schüler ab 14 Jahren (8. Klassen) ein Jahr lang als Drogen-Aufklärer ausgebildet. Danach folgt eine weitere zwölf Monate lange Bewährungsprobe mit eigenen Aktionen. In diesem Zeitraum haben sie sich über Sucht und deren Folgen informiert, einen eigenen Standpunkt im Umgang mit Suchtmitteln herausgearbeitet, um Gleichaltrigen oder Jüngeren als Orientierung, als gutes Vorbild, dienen zu können. Das tun sie. Nicht, weil es ihnen auferlegt wurde, weil es auf dem Stundenplan steht. Ganz und gar nicht. Sie machen alles aus freien Stücken, aus voller Überzeugung. Das Beste: Das Interesse, ein Drug Scout zu werden, ist bei der Schülerschaft enorm. Die Nachfrage übersteigt bei weitem das Angebot. Die insgesamt 32 Projektplätze könnten gleich mehrfach besetzt werden. Nun gibt es in Stormarn weitere 13 ausgebildete Drug Scouts. Und die nächsten 28 Aspiranten wechseln von der Ausbildungs- in die Projektphase. Also, Schluss mit dem Vorurteil: "Die Jugend taugt nichts." Die taugt eine ganze Menge.Andreas Olbertz Volker Stolten