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Pressespiegel

17Jun

Stormarner Tageblatt vom 17. Juni 2014

Alter Friedhof: Neu ist teuer. Allein das Gutachten für ein Konzept soll 100 000 Euro kosten / Oldesloes Politiker skeptisch

Bad Oldesloe

Eine Aussichtsplattform, sanierte und beleuchtete Wege nach historischem Vorbild, neue Bäume, mehr Bänke - die Liste der Verbesserungsvorschläge und Wünsche für den Alten Friedhof in Bad Oldesloe ist lang, die Ulrike Külper von der Stadtverwaltung im Bau- und Planungsausschuss vorstellte. Alles zusammen könnte rund eine Million Euro kosten. "Das ist aber nur über den Daumen geschätzt. Wir können ja erst genauer kalkulieren, wenn wir wissen, was wie umgesetzt wird", sagte sie.

Fest steht, dass die Sanierungen förderfähig sind und vom Land unterstützt werden. Ungefähr die Hälfte der Kosten müsste die Stadt aus eigener Tasche finanzieren. Viele Vorschläge - wie zum Beispiel Infotafeln oder die Aussichtsplattform - seien erst mal nur Ideen, die gesammelt würden, so Külper. Ein Punkt ist aber nicht verhandelbar - das Gesamtkonzept muss von einem zugelassenen Büro erstellt werden. Die Denkmalbehörde fordere seit Jahren so ein Gutachten ein, sagte Külper. Ohne das Konzept könne sie keinen Baum pflanzen lassen oder neue Bänke aufstellen.

Die Politiker waren über diese Aussagen nicht sonderlich erfreut. Die Anfertigung so eines Gutachtens soll rund 100 000 Euro kosten, was die Ausschussmitglieder erstaunte. "Können wir nicht einfach nur ein paar Punkte aufgreifen und das dann machen", fragte Rosemarie Behrend (SPD). Auch ihr Parteigenosse Hans Hermann Roden wollte wissen, "ob wir das Nötigste nicht auch ohne große Konzepte regeln können."

Jens Weich, beim Kreis für den Denkmalschutz zuständig, sagte auf Nachfrage, dass man mehrfach ein Gesamtkonzept erbeten habe: "Fordern können wir das natürlich nicht. Es wäre allerdings sinnvoll, eines erstellen zu lassen." Einzelne Maßnahmen wie die Renovierung des Torhaus oder einzelner Wege seien auch ohne Gutachten möglich, allerdings müsste dann jeder einzelne Arbeitsschritt vom Denkmalschutz genehmigt werden. "Das wird alles einfacher, wenn ein Gesamtkonzept vorliegt. Vor allem, wenn viele Dinge gleichzeitig in Bewegung kommen. Das erleichtert es ungemein", so Weich.

Selbstverständlich könnte die Stadt auch den Friedhof einfach weiter verfallen lassen, wie es einige Politiker ins Gespräch gebracht hatten. "Aber das kann ja eigentlich nicht ihr Interesse sein. Zwingen können wir allerdings niemanden, irgendwas zu machen", so Weich. Es sei nicht richtig, dass der Denkmalschutz fordere und drängele, "wir würden uns aber freuen, wenn etwas Positives passiert." Denn wenn der Verfall des Alten Friedhofs so weitergehe, werde man ihn in wenigen Jahren nicht mehr wiedererkennen. "Dann wird auch eine Restaurierung immer schwieriger", gibt Weich zu bedenken.

Ein Gesamtkonzept bedeute je nicht, dass alles sofort umgesetzt werden müsse. Das sei auch nach und nach möglich. Direkt an ihn habe man sich bisher noch nicht gewandt. Weich: "Ich bin gerne bereit, im gemeinsamen Gespräch Ideen zu entwickeln und freue mich, dass etwas in Bewegung kommt." Ob die 100 000 Euro für Gutachten in dieser Höhe wirklich notwendig seien, wollte er nicht beurteilen: "Sicherlich hat sich Frau Külper da umgehört oder Erfahrungswerte. Wenn sie das so sagt, dann kann das sein."

Am Ende wird die Stadtverordnetenversammlung entscheiden müssen, wie man weiter verfährt. Sollte der Friedhof wirklich saniert und vor allem dadurch auch für Besucher attraktiver gemacht werden, wird man um ein Gutachten nicht herumkommen. Patrick Niemeier