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Pressespiegel

12Jun

Lübecker Nachrichten vom 12. Juni 2014

Wohngebiet an der Kampstraße wird im Turbogang erschlossen. Oldesloer Verwaltung will dem Projekt oberste Priorität einräumen. Investor hat alles für den Schallschutz zur Bahnlinie und die Sanierung von Altlasten vorbereitet.

Sebastian Köster vermisst das Gelände an der Kampstraße.

Sebastian Köster vermisst das Gelände an der Kampstraße. Foto:dvd

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe - Der Wohnungsbau soll in Bad Oldesloe künftig größere Priorität genießen. Während die Entwicklung der Trave-Arkaden mangels Investor auf der Stelle tritt, rücken Vorhaben, wie sie die Grundstücksgesellschaft Claudiusstraße plant, in den Vordergrund. Für dieses Projekt wurde jetzt sogar "der Turbogang" eingeschaltet, wie es auf der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses hieß.

Sehr zur Freude der Geschwister Stumpf, die das Gelände zwischen Bahntrasse und Pölitzer Weg bereits vor acht Jahren überplanen ließen, aber bis dato noch nicht zum Zuge gekommen waren. Abgesehen davon, dass das Projekt in den politischen Gremien lange Zeit auf Ablehnung stieß, führten auch andere Komplikationen zu Verzögerungen. Auf dem Gelände schlummern Altlasten einer ehemaligen Farbenfabrik. Zudem grenzt es an die Bahnlinie.

Um all diese Probleme in den Griff zu bekommen, haben Wolfgang Stumpf und seine Geschwister Michael Schulz als Fachmann hinzugezogen. Der Bauingenieur hat bereits an Großprojekten mitgewirkt wie der Erweiterung des Skandinavienkais in Lübeck. Wie er im Ausschuss berichtete, ist inzwischen alles dafür vorbereitet, dass der kontaminierte Boden ausgetauscht und für den Lärmschutz in Richtung Bahnlinie gesorgt werden kann. Die Pachtverträge für die Kleingärten entlang des Bahndamms liefen zum 30. November aus. Der Ankauf der Flächen sei bereits so weit abgeschlossen, dass dem Bau von Wällen und Wänden zum Schutz vor der Lärmemission der Bahn nichts mehrentgegen stehe.

Laut Schulz hat die Firma Geo-Consult Hamburg ein Sanierungskonzept für die Altlasten erarbeitet. Zudem sei ein digitales Bodenmodell erstellt worden, um ermitteln zu können, wie groß der Austrag der kontaminierten Erde auf dem Gelände ist. Unklar sei indes, wer rechtlich verantwortlich ist für eine Hausmülldeponie, die jetzt bei Baugrunduntersuchungen entdeckt wurde, sagte der Planer. Nach seinen Recherchen wurde die Müllhalde im Jahr 1935 geschlossen. Unweit davon soll jetzt ein Biotop entstehen, das als Ausgleich für versiegelte Flächen dienen soll.

Fortgesetzt wird auch die Suche nach möglichen Blindgängern, da die Bahnanlage während des zweiten Weltkriegs häufig Ziel britischer Fliegerangriffe war. Bislang gab es wohl auf dem Areal keine Funde.

Die Hauptzufahrt des neuen Wohngebiets, das jungen Familien, aber auch Projektanten von Seniorenwohnungen oder Mehrgenerationenhäusern bebauen können, soll in der Hauptsache über den Pölitzer Weg erschlossen werden. Mit Einschränkungen soll auch eine Zufahrt von der Kampstraße möglich sein.

"Wir haben alle Voraussetzungen für die Erschließung geschaffen und hoffen, schon 2015 mit der Vermarktung der Grundstücke beginnen zu können", sagte Schulz abschließend.

Welche Energie?

Die Energieversorgung des neuen Wohngebiets an der Claudiusstraße brachte Grünen-Fraktionschef Wilfried Janson in Spiel. Er wollte wissen, ob die Grundstücksgesellschaft Claudiusstraße in Erwägung zieht, das Gebiet später über die Fernwärmeleitung anzuschließen, die derzeit von der Biogasanlage aus Pölitz in Richtung Bad Oldesloe gebaut wird. Projektentwickler Michael Schulz teilte mit, dass diesbezüglich bereits Verhandlungen mit den Stadtwerken geführt werden. Ein abschließendes Ergebnis liege aber noch nicht vor.