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Pressespiegel

28Mai

Lübecker Nachrichten vom 28. Mai 2014

Oldesloer Drosselweg: Kostensteigerung trifft Anlieger. Die Grundstückeigentümer sind sauer. Sie fordern eine Straßensteuer für die Stadt.

Bilder und Zitate von Maria Herrmann, SPD, Max Rimmelspacher, Anwohner und Birgit Reichardt-Mewes, CDU

Von Kerstin Kuhlmann-Schultz

Bad Oldesloe - Der Unmut der Anlieger ist groß. Für die Erneuerung der Straße Drosselweg müssen sie tiefer in die Tasche greifen als bisher gedacht. Durch eine Kostensteigerung bei der Baustellensicherung, dem Baumschutz und der notwendig gewordenen Überprüfung durch den Kampfmittelräumdienst verteuert sich die Erneuerung der Straße für die Grundstückseigentümer. Die tragen immerhin 85 Prozent der Straßenbaukosten.

Knapp eine halbe Million Euro kostet das gesamte Bauvorhaben -inklusive der Arbeiten durch dieS tadtwerke, die hier die Kanalisation erneuern und erweitern wollen. "Die Anlieger zahlen brutto 321 000 Euro", so Bad Oldesloe Bürgemeister Tassilo von Bary – aber nur für den Straßenbau. Der Rohrleitungsbau der Stadtwerke wird nicht umgeschlagen. Auch die Stadt hat übrigens Mehrkosten: 82 000 Euro kommen dazu.

Von Bary war in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung ebenso wie die Politik aufgefordert worden, den Ausbau des Drosselweges zu verschieben. Bis dato waren die Anlieger davon ausgegangen, dass die Kostensteigerung konjunkturbedingt sei. "Wir möchten, dass der Drosselweg zurückgestellt wird, in der Hoffnung, dass der Preis runtergeht", erklärte Anlieger Max Rimmelspacher. Gemeinsam mit neun anderen Familien hatte er eine entsprechende Petition unterzeichnet - nicht wissend, was die tatsächlichen Ursachen für die Mehrausgaben sind. "Wäre es nicht möglich gewesen, erst die Anwohner zu informieren?", fragte er. Anscheinend nicht. Die werden über den neuesten Stand am Dienstag,3. Juni, in einer Versammlung in der Festhalle informiert, Beginn 19 Uhr. Deshalb forderte Jörg Heinemann die Stadtverordneten auf, ihren Beschluss zu den Mehrkosten von 82 000 Euro aufzuschieben. Ohne Erfolg. "So unglaublich es ist, diesen Beschluss zu fassen, es wäre sonst so, dass wir ihnen falsche Hoffnungen machen würden", erklärte die Fraktionschefin der SPD, Maria Herrmann. Die Straße müsse saniert werden. "Wenn wir die Stadtwerke jetzt machen lassen und die Straße erst in drei Jahren, dann wird es noch teurer", betonte sie. Bei einer Steigerung um 30 Prozent sie allen klar gewesen, dass das für die Bürger eine Belastung darstellten werde, so die Vorsitzende des Finanzausschusses, Birgit Reichardt-Mewes (CDU). Das seien immerhin bis zu 3000 Euro mehr für die Anlieger:." Aber wir können die Ausschreibung nicht aufheben."

 Drosselweg-Anwohnerin Henrike Göttsch will die Stadt einbinden: Die Steigerung könne Oldesloe selbst "wuppen", indem Geld von nicht verwirklichten Projekten umgeschichtet würde. "Wir wuppen das nicht so, ich muss 15 000 Euro zahlen", klagte sie. Immerhin, das hatten die Anlieger ausgerechnet, müssen sie pro Quadratmeter Grundstücksfläche statt 10,60 nun 13,80 Euro bezahlen. Göttsch ist Verfechterin einer zusätzlichen Straßensteuer. "Immer mehr Gemeinden machen das im Sinne der Gerechtigkeit. So werden alle Bürger an einer Straßensanierung beteiligt. Ich appelliere an die Politik, sich mit dem Thema zu befassen." Das wollen sowohl der Bürgermeister als auch die Parteien gerne tun, jedoch liefen noch Gerichtsprozesse. "Ich warte auf die Gerichtsurteile, um zu wissen, was rechtskonform ist", sagte von Bary.