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Pressespiegel

19Apr

Stormarner Tageblatt vom 19. April 2014

Stormarner Wochenschau

www.wiedenroth-karikatur.de

Manche Botschaft überrascht nicht

Fahrverbot "Manchmal denkt man, die Autobahn ist umgeleitet." Da dürfte die Grünen-Politikerin Karin Hoffmann ausnahmsweise mal allen aus der Seele gesprochen haben. Der Begriff Fußgängerzone für die Oldesloer Innenstadt ist doch reichlich euphemistisch. Tja, das sind die Geister, die man rief. Während der Bauphase in der Bahnhofstraße wurde der Verkehr kurzerhand über Besttorstraße und Kirchberg geführt. Da hat so mancher Autofahrer gemerkt, wie gut das geht. Die Ausschilderung gibt ihm Recht. Also fahren wir mal eben zum Shoppen bei Penny vor. Taxen, Lieferanten, Geldboten, Radfahrer ... es ist die Pest. Ein gemütlicher Einkaufsbummel oder ein entspannter Cappuccino sehen anders aus. Das ist alles nicht neu, aber jetzt sieht es so aus, als würden endlich mal ernsthafte Überlegungen angestellt, um dieses Problem in den Griff zu bekommen. Ob dabei dann so imposante Varianten herauskommen wie bei unserem Karikaturisten Götz Wiedenroth?

Dalipi Syndrom Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe. Aber seien wir ehrlich: So wirklich überraschend kam die Botschaft nicht, dass der Kaufvertrag für das Postgelände geplatzt ist. Dafür hatte es im Vorwege zu viele Ungereimheiten gegeben. Kenner der Szene hatten sich über den hohen Kaufpreis gewundert. So ein Projekt kann man nicht in Angriff nehmen, wenn mit den bisherigen Mietern keine weitgehende Einigung erzielt ist. Reicht es für so ein Projekt aus, das Erdgeschoss vermietet zu haben? Die Post(-bank) hat bislang keinen Vertrag abgeschlossen, dass sie in die Trave Arkaden zieht. Und wenn man sich mal erkundigt, wo Ehepaar Weber noch überall tätig war - da gibt es mehrere Projekte, die nicht realisiert werden konnten. Das mag alles völlig normal sein und überhaupt nichts bedeuten, aber als Außenstehender fragt man sich schon, ob nicht viel Energie und Arbeitszeit hätte gespart werden können, wenn die Verwaltung vorher gründlicher Informationen eingeholt hätte. Stattdessen wurde dem Investor in einer Art zugearbeitet, dass sich mancher Politiker und Geschäftsmann verwundert die Augen rieb: Und wo bleiben die Interessen der Stadt? Aber jetzt wird es ja in Kürze die Gelegenheit geben, es im zweiten Anlauf besser zu machen. Auf beiden Seiten des Verhandlungstisches.

Aktivposten Es hat sich in der Oldesloer Politik eingebürgert, dass die Verwaltung bei einem Antrag einer Fraktion erst mal nix macht. "Da brauchen wir vorher einen Beschluss", lautet die regelmäßige Begründung. Naja. Im jüngsten Hauptausschuss durfte man sich als Beobachter verwundert die Augen reiben. Weil Stadtverordnete und der Bürgerworthalter die Mehrheit im St.-Jürgen-Vorstand bilden, soll der Stiftungsvorsitzende der Politik regelmäßig berichterstatten. Dazu hatte die Verwaltung allerdings dargelegt, warum so ein Antrag unzulässig sein soll. Das war aber noch nicht alles. Die CDU hatte einen Antrag gestellt, wie zukünftig mit der Besetzung gewisser Posten verfahren werden soll. Auf Nachfrage stellte sich dann raus, dass daran die Verwaltung kräftig mitformuliert hat. Überspitzt formuliert schreibt das Rathaus also der CDU die Anträge. Neutralität sieht anders aus.

Osterfrieden Vor dem dem höchsten christlichen Fest kommt es für die Ahrensburger Kirchengemeinde ganz schön dicke. Die neue Gottesdienstordnung, nach der dem Förderverein von St Johannes keine Andachten am Sonntagmorgen mehr erlaubt sind, dürfte noch sauer aufstoßen. Dass jetzt auch noch ruchbar wurde, dass man den ehemaligen Kirchenvorstandsvorsitzenden Helgo Matthias Haak loswerden möchte, wirft ebenfalls nicht gerade ein gutes Licht auf den Gemeinderat. Und Anfang der Woche hatte der sich schon aus der Politik anhören müssen, dass die Kirche "unverschämt" und "raffgierig" wäre, weil man bei der Stadt bei den Verhandlungen über das Gemeindehaus St. Johannes die Pistole auf die Brust gesetzt habe: Entweder akzeptiert die Stadt, die für Hortbetreuung eine Übergangslösung sucht, den Preis der Kirche und einen Vertrag über 99 Jahre, oder gar nichts. Nun mag man sich vielleicht sogar darüber freuen, dass die klamme Ahrensburger Kirchengemeinde die Chance auf jedem Cent ergreift, das Wort christlich fällt einem in dem Zusammenhang aber nicht gleich ein.

Rolf Blase, Andreas Olbertz