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Pressespiegel

17Mai

Stormarner Tageblatt vom 17. Mai 2014

Stormarner Wochenschau

www.wiedenroth-karikatur.de

Mehr reden könnte helfen

Gefahr Ist es nicht irgendwann auch mal gut? Jetzt sollen die Jugendlichen beim Vogelschießen auf dem Exer eine Sicherheitsausrüstung tragen. Klar geht Sicherheit vor, klar darf nicht gewartet werden, bis erst was passiert, aber was kommt denn als nächstes? Damit über die Helme keine Läuse übertragen werden muss jedes Kind eine eigene Sturmhaube mitbringen? Und wird verhindert, dass mit den Brillen erregerverseuchte Augenflüssigkeit den Besitzer wechselt?

Undemokratisch Boah, das war ja wohl eine ganz peinliche Nummer. Klar kann einem mal eine Fehleinschätzung passieren. Dann ist es gut, wenn der Fehler eingestanden und korrigiert wird. Aber zwei Mal hintereinander? Erst heißt es von Bürgermeister Tassilo von Bary, nein, er könne die geplante AfD-Veranstaltung nicht absagen, tags drauf kann er es angeblich doch, nur, um nach einer weiteren Nacht die Absage wieder zurück zu nehmen. Dieses Hin und Her lässt Oldesloe in einem ganz schlechten Licht dastehen. Auch in anderer Hinsicht: Die Tatsache, dass über ein Verbot von Veranstaltungen einer zugelassenen Partei überhaupt diskutiert wird, ist schon mehr als fragwürdig. Die Meinungs- und der Versammlungsfreiheit sind in unserem Lande sehr kostbare Güter, und das soll auch so bleiben. Was nicht heißt, dass man gegen andere Meinungen nicht demonstrieren darf und gegebenenfalls sogar muss. Wenn lokale AfD-Anhänger Andersdenkende im Internet als "Spastiker und Hohlköpfe" diffamieren, Kritikern Gewaltbereitschaft unterstellen, wenn "Saalschutz" vermeintlich unbequeme Besucher der Veranstaltung kurzerhand rauswirft, dann hat das nichts mehr mit einer demokratischen Auseinandersetzung zu tun. Das erinnert schwer an Nazimethoden. Da nützt es dann auch nichts, wenn die AfD ständig betont, nichts mit den Rechten zu tun zu haben. Wenn die Gegenseite Veranstaltungen bewusst sabotieren will oder mit "Hausbesuchen" droht, ist das natürlich auch keinen Deut besser - das hat nichts mit einer inhaltlichen Debatte zu tun.

Heisse Luft An vielen Verwaltungsgebäuden prangt ein gelbes Schild mit dem Aufdruck "Kein Platz für Neonazis". Das am Bürgerhaus ist am Morgen vor der umstrittenen AfD-Veranstaltung verschwunden. Und ganz ehrlich: Es war absolut nutzlos. Eine gewisse politische Grundhaltung kann die Stadt dadurch natürlich ausdrücken, aber juristische Durchschlagskraft hat so ein Schild keine. Null. Im Ernstfall könnte auch eine NPD-Sitzung nicht verhindert werden.

Kommunikatoren Irgendwie kommen die Botschaften der Ahrensburger Kirche nicht an. Den Förderverein überraschte man mit einer Gottesdienstordnung, dem Verbot, die Sonntagsandachten in der wieder geöffneten Kirche abzuhalten. Begründung: Laut Kirchenordnung dürfen nun mal nur Ordinierte einen Gottesdienst halten. Die Kirche überraschte die Stadt mit einem Fax - wer auch immer es abgeschickt hat. Inhalt: Man möchte daran erinnern, dass die Reduzierung des kirchlichen Kita-Anteils beim Erbbaurechtsvertrag für das St. Johannes-Gemeindehaus mit verhandelt worden sei. Dabei hatten sich die Stadtverordneten schon mit dem Vertrag schwer getan, weil man 99 Jahre mieten muss, was man drei Jahre braucht, und die Kirche auch beim Preis keine Abstriche machen wollte. Dass man über den kirchlichen Eigenanteil bei Kitas seit langem mit der Stadt spreche, darf man der Chefin des Kirchengemeinderats sicher glauben. Aus den Verhandlungszimmern ist die Botschaft aber nie herausgekommen. Das wäre nicht allzu tragisch, wenn es nicht das letzte Glied in einer Kette voller Missverständnisse und Kommunikationsdesaster in Gemeinde und Kirchenkreis wäre. Ob da noch Seminare helfen?

Rolf Blase, Andreas Olbertz