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Pressespiegel

12Apr

Stormarner Tageblatt vom 12. April 2014

Stormarner Wochenschau

www.wiedenroth-karikatur.de

Nichts geht mehr - oder doch?

Kahlschlag Schnipp, schnapp, sind die Äste ab. Das geht ganz schnell. Früher, als Gerold Rahmann noch in der Oldesloer Stadtverordnetenversammlung saß, da verging ja kaum eine Sitzung, bei der sich der Obergrüne nicht über die "Rambos vom Bauhof" aufregte, weil sie mal wieder an einem Knick, einem Baum oder an sonstwas ein Kettensägenmassaker veranstaltet haben sollten. Derartige Kritik war aber in jüngster Zeit nicht mehr zu hören. Und jetzt das: Am Höter Berg schnippelten Bauhofmitarbeiter radikal an Obstbäumen rum, die eigentlich üppig wuchern sollten. Der Nabu hat die Streuobstwiese gepachtet und dort seit 15 Jahren ein spezielles Ziel verfolgt. Alte Sorten sollten die Möglichkeit bekommen, durch zurückhaltenden Beschnitt große Kronen zu bilden und dadurch besonders alt werden zu können. Das soll jetzt nicht mehr möglich sein. Der Nabu sieht seine Arbeit sabotiert, der Bürgermeister spricht davon, dass geschnitten werden musste, weil Windbruch drohte. Von dem Konzept will er nichts gewusst haben. Okay, das kann man vermutlich alles so sehen, aber warum sägt der Bauhof an Bäumen herum, die ihm nicht gehören? Selbst wenn Gefahr bestanden haben sollte, muss doch dem Pächter Gelegenheit gegeben werden, das selber zu erledigen. Vermutlich ist das alles ein gewaltiges Kommunikationsproblem ... und wie unser Karikaturist findet, hat der Nabu noch Glück gehabt.

Stillstand Das war so vorhersehbar wie nur irgendwas. Kaum wird in Oldesloe die Kurparkallee im Zuge des Kreisverkehr-Baus gesperrt. Geht in der Stadt gar nichts mehr. Stau über den Ring stadteinwärts bis Up den Pahl. Und die Perspektive ist alles andere als gut. Weil nicht nur der Kreisverkehr gebaut, sondern bei der Gelegenheit auch gleich die Kanalisation modernisiert wird, ziehen sich die Arbeiten bis Herbst 2015. Anderthalb Jahre. Viel Spaß. Wenn dann noch Autofahrer meinen, Schilder würden für sie nicht gelten, Absperrbaken könnten auch kurzerhand zur Seite geräumt werden, ist das Chaos perfekt. Da hilft nur rigoroses Durchgreifen. Mit der Höhe des Bußgeldes wird wahrscheinlich der Lerneffekt steigen. Allen anderen sei das Fahrrad ans Herz gelegt. Bei dem Wetter macht es noch mehr Spaß, am Stau vorbei zu pedalieren. Man ist schneller unterwegs und tut auch noch was für seine Gesundheit.

Sie bewegen sich doch Wo kommen "Die Rechtsverdreher" her? Aus der Kreisverwaltung Stormarn! Jedenfalls hat sich so die Truppe genannt, die beim Barmer Firmen-Bowling-Cup antritt. Ob der Name auch eine Bedeutung hat oder sich nur darauf bezieht, dass die Bowler im Rechtsamt arbeiten, sei dahingestellt. Klar ist jedenfalls, dass die Kreisverwaltungen gut dabei sind. Die Stormarner wurden Dritter, den Sieg holte souverän "Pinnetou" aus der Kreisverwaltung Segeberg. Dazwischen konnte sich nur "Das dreckige Drittel-Dutzend" - tschulligung - "Hako 1" schieben.

Wahlkapriolen Die Ammersbeker Bürgermeisterwahl ist zu einer Posse verkommen. Die SPD unterstützt "ihren" Bürgermeister nur halbherzig, der CDU springen die Kandidaten ab, dann sollten die Ammersbeker mit "Nein" stimmen, und zum Schluss taucht auf einmal ein Gegenkandidat auf, den zunächst keiner kennt. Dass das eine mit dem anderen zu tun hat, liegt nahe, denn bei zwei Kandidaten, von denen einer keiner ist, ist klar, wie die Wahl ausgeht. Gut für die Gemeinde, den Bürgermeister oder die Demokratie insgesamt ist das nicht. Vielleicht aber ein Grund, die Direktwahl von Bürgermeistern in Frage zu stellen. In Schleswig-Holstein ist ja schon die Bezeichnung irreführend. Der Dorfbürgermeister ist ein gewählter Ehrenamtler und als solcher Vertreter der Selbstverwaltung. Der hauptamtliche Bürgermeister ist Vertreter und Chef der Verwaltung. In anderen Bundesländern gibt es Stadtbürgermeister, die Verwaltung führt ein Stadtdirektor. Auf Kreisebene hat man das Gesetz ja geändert, weil der Landrat nicht Repräsentant, sondern Chef der Kreisverwaltung ist. Warum man bei den Bürgermeistern stehen blieb, ist Kieler Geheimnis. Und was beklagen die Parteien an Ammersbeks Bürgermeister? Dass er ein Kommunalpolitiker und kein Verwaltungschef ist.

Völlig durch den Wind Es ist das altbekannte Spiel - und zieht sich wie ein roter Faden durch die Gesellschaft: Für sich in Anspruch, nimmt sie vieles, dafür Einschränkungen in Kauf nehmen, mag sie weniger. Egal ob Autobahn- oder Eisenbahntrassen, Flugschneisen oder wie im jüngsten Fall die geplanten Windräder in Bargteheide. Die können, bitte schön, bei anderen stehen. Aber nicht doch bei uns, vor der eigenen Haustür! Die Dinger sind zu hoch, zu laut, Schandflecke und und und. Da zählen der überfällige Atomausstieg, die notwendige Energiewende und der Kampf gegen den immer weiter fortschreitenden Klimawandel nicht mehr viel. Da ist Schluss mit lustig! Wenn jeder so denken würde, käme das Land, käme Stormarn, käme Bargteheide gar nicht vom Fleck. Wenn es nie Veränderungen gegeben hätte, würden wir - überspitzt dargestellt - immer noch in gebückter Haltung mit der Keule in der Hand in Lehmhütten hausen. Dabei könnte sich gerade der Bürgerwindpark für die Stadt, für Ein- und Anwohner auszahlen. Die Bürger hätten Mitsprache, säßen mittendrin statt nur dabei. Letzteres wäre fatal. Dann würde sich ein großer Investor die Hände reiben und der Rest nur verwundert die Augen ...

Rolf Blase, Andreas Olbertz, Volker Stolten