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Pressespiegel

17Apr

Lübecker Nachrichten vom 17. April 2014

Kaufvertrag für Postgebäude geplatzt. Eigentümer entzog Investor die Verfügungsgewalt. Neuer Investor für die „Trave-Arkaden“ ist im Anmarsch.

Alexandra und Hans-Joachim Weber vor dem Gebäude der

Bei ihrem ersten Auftritt in der Kreisstadt wirkten Alexandra und Hans-JoachimWeber noch ganz entspannt. Hier sind sie vor dem Gebäude der Postbank in der Lübecker Straße in Bad Oldesloe zu sehen. Foto: Markus Carstens

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe - Das Projekt "Trave- Arkaden" hat einen herben Rückschlag erlitten. Der Kaufvertrag über das Grundstück ist geplatzt, auf dem die Einkaufspassage errichtet werden sollte. Als Standort war das Gebäude der Postbank in der Lübecker Straße vorgesehen. Die bittere Nachricht überbrachte Bürgermeister Tassilo von Bary den Stadtverordneten gleich zu Beginn ihrer Sitzung am Dienstagabend.

Der Eigentümer des Postgebäudes habe Einwände gegen das B-Planverfahren zu den Trave-Arkaden erhoben und dem Investor den weiteren Zugriff auf das Gebäude verweigert, sagte von Bary. Er gehe davon aus, dass die Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllt worden sind und der Vertrag deshalb annulliert wurde. Der Eigentümer- ein Unternehmen aus Luxemburg - wolle aber selbst einen neuen Investor suchen.

Dass der Verkauf des Objekts an die Immo-Konzept-Geschäftsführer Hans-Joachim und Alexandra Weber noch nicht in trockenen Tüchern war, ist in den politischen Gremien durchaus bekannt gewesen. Thema war dies zuletzt im Bau- und Planungsausschuss Anfang März, als es um den Durchführungsvertrag ging, der zwischen Investor und Stadt abgeschlossen werden sollte. Die Anfrage der Vorsitzenden Maria Herrmann (SPD), ob es bereits einen Eigentumsnachweis über das Post-Grundstück gebe, hatte die Verwaltung verneint mit dem Hinweis, dass auch eine Auflassungsvormerkung ausreiche. Inzwischen ist aus der Befürchtung, dass die Finanzierung des Projekts womöglich scheitern könnte, Gewissheit geworden.

CDU-Fraktionschef Horst Möller macht die äußeren Umstände dafür verantwortlich. "Es hat ja von Anfang an viel Gegenwind gegeben", sagte er im LN-Gespräch. Die kontroversen Debatten um den Einzug eines Bioladens in das Objekt sowie andere Einwendungen hätten die Planungszeit für das Projekt über Gebühr in die Länge gezogen, sagt er. Als erschwerend habe sich auch erwiesen, dass eine Mieterin nicht ausziehen wollte. Der Investor habe sich mit ihr nicht über die Konditionen einig werden können. All dies habe zu Schwierigkeiten in der Finanzierung geführt. Dabei seien die Kreditverträge perfekt gewesen. "Aber ein Grundstück kann ich doch erst kaufen, wenn ich sicher sein kann, dass das Gebäude leer ist", fügte Möller hinzu.

Der gleichen Meinung ist Patricia Rohde, Chefin der Freien Bürger für Bad Oldesloe. Sie bezeichnete den finanziellen Ausgleich, den die Physiotherapeutin für den Auszug aus ihrer Praxis vom Investor haben wollte, als "überzogen". Ganz anders sieht Maria Herrmann die Dinge. Ein Investor, der finanzstark genug sei, um Millionen in ein Einkaufszentrum zu investieren, stolpere normalerweise nicht über Geldforderungen in der Höhe, wie sie die Physiotherapeutin gestellt habe. Sie habe nur verhindern wollen, dass sie auf den Kosten sitzenbleibt, die ihr durch einen Umzug und eine höhere Miete entstehen. "Für mich ist der geplatzte Kaufvertrag absehbar gewesen. Der Investor wird nicht sehr finanzstark gewesen sein", sagt die SPD-Fraktionsvorsitzende.

Physiotherapeutin Katrin Jalaß selbst hat gegenüber den LN erklärt, dass an sie bereits mehrere Interessenten herangetreten seien, die das gescheiterte Projekt weiterführen wollen. Niemand sei darunter gewesen, der an der von ihr aufgestellten Kostenberechnung Anstoß genommen habe. "Im Nachhinein bin ich froh, keinen Mietvertrag unterschrieben zu haben, sonst müsste ich jetzt zweimal Miete zahlen, an die Post und im neuen Objekt und säße auf einem Berg Schulden", erklärt sie. Die Geschäftsführer der Immo-Konzept konnten sich dazu noch nicht äußern. Sie sind erst nach Ostern wieder erreichbar.

Mit dem Ausstieg der Webers ist die Planung der Trave-Arkaden aber noch nicht ad acta gelegt. Von Bary zufolge könne ein neuer Investor in den vorhabenbezogenen B-Plan einsteigen, wenn er der Immo-Konzept die schon bezahlten Leistungen abkaufe oder von Grund auf neu beginne. Einen finanzkräftigen Interessenten gebe es schon. Die Grünen würden einen Neubeginn begrüßen. "Wenn die Karten wieder gemischt werden, kann man untersuchen, welche Sortimente für die Läden in der Stadt verträglich sind", sagt Fraktionschef Wilfried Janson.

Die Postbank bewahrt derweil Ruhe. Sprecher Ralf Palm sagte gestern, dass der Mietvertrag am alten Standort über den 31. Mai hinaus weiterlaufe. Sie bereite weiterhin einen Umzug in Container vor für den Fall, dass das Haus an der Lübecker Straße eines Tages abgerissen werde.

Kommentar

von Dorothea von Dahlen über das Scheitern des Projekts Trave-Arkaden

Nicht so sicher

Projektentwicklung ist ein hartes Geschäft. Dabei gilt es, viele Faktorengleichzeitig unter Kontrolle zubehalten. Da wäre die Bauplanung, die ihren eigenen Gesetzen folgt, die Akquise künftiger Mieter, ja und dann der vielleicht wichtigste Baustein: die Finanzierung. Sicherlich können viele Unwägbarkeiten auf den Plan treten, die für kurzfristige pekuniäre Engpässe sorgen. Negative Preisentwicklungen etwa,die auch die Stadt BadOldesloe jetzt beim Ausbau des Kultur- und Bildungszentrums zu spüren bekommt. Die Mehrkosten schmerzen, doch das Projekt ist damit nicht an die Wand gefahren. Mit klugem Haushalten kann es gelingen, es zu vollenden. Die Reißleine, die der Eigentümer des Objekts an der Lübecker Straße gerissen hat, deutet jedoch darauf hin, dass die Finanzierung der Trave-Arkaden von Beginn an nicht so sicher war, wie viele bislang glaubten. Die Schuld dafür auf eine einzelne Mieterin abzuwälzen, ist mehr als ungerecht.