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Pressespiegel

16Apr

Lübecker Nachrichten vom 16. April 2014

Wer bekommt ein Stück vom Kurparkstadion? Nach der Auflösung des FFC muss über die Verpachtung der Oldesloer Sportstätte neu verhandelt werden. Vereine wie Türkspor haben sich jetzt auch beworben.

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe - Die Sportstätten in der Kreisstadt sind heiß umkämpft. Kaum sind die Auseinandersetzungen um den neuen Kunstrasenplatz am Exer etwas abgeflaut, da setzt ein Tauziehen um das Kurparkstadion ein.

Grund dafür sind die unklaren Pachtverhältnisse, die sich nach der jüngsten Mitgliederentscheidung des Frauen-Fußball-Clubs (FFC) ergeben haben. Wie die LN berichteten, löst sich der Club nach 14 Jahren zum 30. Juni auf. Die Sportlerinnen schließen sich dem VfL Oldesloe an. Das verunsichert die Kicker vom S.V. Türkspor Bad Oldesloe, die bis dato das Kurparkstadion gemeinsam mit dem FFC genutzt haben. In einem Schreiben an den Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss der Stadt Bad Oldesloe äußert der erste Vorsitzende Robert Müller die Befürchtung, dass mit der Fusion der Vereine nun auch das Nutzungsrecht für das Stadion auf den VfL übergehen könnte. "Zwischen dem FFC und dem VFL werden Verhandlungen geführt, welche zugrundelegen, dass der FFC das Kurparkstadion in die Fusion einbringt", heißt es darin.

In der Vergangenheit, so berichtet Müller, sei ein Kooperationsvertrag zwischen FFC, SC Union und Türkspor ausgehandelt worden. Die drei Vereine seien in etwa gleich groß und hätten sich gut verständigen können. "Bei den Absprachen zu den Trainingszeiten gab es keine Probleme. Jeder kam zu seinem Recht", sagt Müller. Er befürchtet nun, dass damit Schluss sein könnte, wenn ein großer Verein das Zepter über das Kurparkstadion schwingt. Nahrung dafür habe ihm ein Gespräch mit Bürgermeister Tassilo von Bary im Sozialausschuss gegeben, wonach dem FCC ein Pachtvertrag bis zum 31. Dezember dieses Jahres zugebilligt worden sei. "Warum bekommt ein Verein einen Vertrag, der über sein Bestehen hinausgeht", fragt sich Müller.

"Wenn der Verein aufgelöst ist, erlischt auch der Vertrag", erklärt von Bary dazu. Es gebe jetzt den Mitgliederbeschluss des FCC. Dieser müsse erst rechtlich abgearbeitet werden, dazu gehöre beispielsweise auch der Austrag aus dem Vereinsregister. Wenn das vollzogen sei, werde neu über die Verpachtung des Stadions verhandelt. Es dürfte aber kein Problem sein, eine Kooperation mehrerer Vereine hinzubekommen, die sich den Platz teilen. Bis jetzt habe das auch geklappt. Dem FFC sei seinerzeit das Hauptnutzungsrecht zugeschrieben worden, da sich Türkspor dazu nicht in der Lage fühlte. Jetzt habe nicht nur dieser Verein, sondern auch der SC Union einen Antrag gestellt, das Stadion zu pachten. Wenn die Zeit dafür reif sei, werde mit allen verhandelt.

Für André Niemann, Sportmanager des FFC, ist klar, dass der Pachtvertrag mit dem Club bis Ende des Jahres gilt. "Was danach ist, kann man noch nicht sagen. Aber ich denke, dass der VfL die Rechtsnachfolge antritt", sagt er. Es sei geplant, den Frauenfußball in Bad Oldesloe weiter auszubauen. Die Überlegungen gingen sogar dahin, ein Leistungszentrum am Kurparkstadion einzurichten.

Einen Konflikt mit anderen Vereinen sieht Niemann indes nicht. "Selbstverständlich wollen wir mit Türkspor und SC Union weiterhin so gut zusammenarbeiten wie bisher und freie Trainingskapazitäten zur Verfügung", sagt er. Darüber könne es keinen Zweifel geben.