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Pressespiegel

15Apr

Stormarner Tageblatt vom 15. April 2014

Neuer Höchststand: 9,1 Millionen Euro für KuB

Bad Oldesloe

Ursprünglich sollte der Amtsgerichtsumbau mal vier Millionen Euro kosten. Nach diversen Verteuerungen und Nachplanungen waren die Baukosten im Februar mit 8,788 Millionen berechnet worden. Jetzt liegen die ersten Ausschreibungsergebnisse vor. Demnach ist mit einer abermaligen Kostensteigerung von rund sechs Prozent zu rechnen. Das KuB wird nochmals knapp 400 000 Euro teurer. Aktuell steht das Kostenbarometer auf 9,178 Millionen Euro. Aber gebaut ist noch nichts.

Interessant ist ein detaillierter Blick auf die Kosten. Einige Posten explodieren förmlich, andere werden deutlich billiger. Für die Aufnahme des Bestandspflasters waren 13 000 Euro angesetzt. Die Ausschreibung hat Kosten von gut 28 000 Euro ergeben. Weit mehr als das doppelte. Ähnlich sieht es beim Gerüstbau aus: Statt der geplanten 43 000 Euro müssen knapp 93 000 berappt werden. Kämmerin Mandy Treetzen: "Genau so ist der Markt momentan. Das macht es ja alles so schwierig." Dafür werden Stahlbau und Stahl-/Glasfassade deutlich günstiger. Statt 1,2 Millionen ergab die Ausschreibung "nur" 890 000 Euro - ein Minus von fast 350 000 Euro. "Der Stahlpreis ist erstmalig seit langer Zeit mal wieder gesunken. Davon profitieren wir", freut sich die Kämmerin.

In den Kostensteigerungen schlagen sich positive Konjunkturentwicklung und volle Auftragsbücher nieder. Trotz europaweiter Ausschreibung kam kaum Angebote. "Bei einigen Posten waren es zwei oder vielleicht vier", so Treetzen: "Die Architekten erzählen, dass darauf sonst 15 bis 20 Angebote eingehen." Den Rohbau, bei einem Volumen von fast 900 000 Euro, auch kein ganz kleiner Auftrag wollte anfangs überhaupt kein Unternehmen haben. Treetzen: "Da waren wir sehr überrascht. Aber die Bücher sind halt voll. Da mussten wir auf die nächste Verfahrensebene steigen." Im Klartext bedeutet das, dass mit Betrieben in ein "Verhandlungsverfahren" eingestiegen wurden. Ergebnis: Es gibt jetzt eine Firma, die den Rohbau übernimmt, aber der Preis liegt satte 300 000 Euro über dem Ansatz.

Die Stadtverordneten müssen heute Abend die Kostensteigerung absegnen. Ein Plus von nicht mal sechs Prozent rechtfertig wohl kaum einen Rücktritt vom Auftrag. Und was wäre die Alternative? "Das ist ja fast wie höhere Gewalt", erläutert die Kämmerin. Deshalb ist sie überzeugt, dass die gestiegenen Kosten auch höhere Fördermittel zur Folge haben. "Ich gehe davon aus, dass wir das bekommen. Ich habe jedenfalls noch nicht erlebt, dass das anders gesehen wurde", sagt Treetzen. Wenn die Stadtverordneten zustimmen, sollen gleich morgen die Aufträge vergeben werden. Andreas Olbertz