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Pressespiegel

12Apr

Lübecker Nachrichten vom 12. April 2014

Unterkunft für Obdachlose: Kosten der Sanierung ungewiss. Oldesloer Bauausschuss wies Beschlussvorlage als zu schwammig zurück.

Die Obdachlosenunterkunft in der Lübecker Straße

Die Obdachlosenunterkunft in der Lübecker Straße in Bad Oldesloe muss saniert werden. Foto: Dorothea von Dahlen

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe -Die Obdachlosenunterkunft in der Kreisstadt bedarf dringend einer Sanierung. In welchem Umfang das Haus an der Lübecker Straße Schäden aufweist und wie viel es kosten würde, diese zu beheben, ist indes nicht sicher. Eine Vorlage der Verwaltung, die unlängst im Bau- und Planungsausschuss vorgestellt wurde, sorgte in dieser Beziehung für Verärgerung. Die Vorlage soll jetzt überarbeitet werden.

Wie in dem Papier beschrieben, befinden sich die Wohnräume im ersten Stock in desolatem Zustand. Demnach muss in den Zimmern nicht nur gemalert und die Elektrik erneuert werden, auch die Küche und der Sanitärbereich bedürfen einer grundlegenden Erneuerung. Die Rede ist zudem von Feuchtigkeitsschäden und Reparaturarbeiten am Dach. Auch die Brandschutzanlagen sollen unzureichend sein. Die Baukosten waren in der Beschlussvorlage mit einer Million Euro angegeben.

"Das ist noch nicht entscheidungsreif. Es gibt zu viele Ungereimtheiten", kritisierte Hans-Herrmann Roden (SPD). Die Investitionssumme sei "völlig aus der Luft gegriffen" und nicht mit Zahlen unterlegt. Was die Dachsanierung anbelangt, könne derzeit offenbar niemand genau sagen, wie groß der Schaden ist.

Auf einen ganz anderen Aspekt machte Grünenfraktionschef Wilfried Janson aufmerksam. "Wenn eines Tages ein Kreisverkehr an der Lübecker Straße gebaut wird, müsste das Haus abgerissen werden. Dann braucht der Bund das Grundstück." Insofern sei eine Million Euro bei einer Nutzungszeit von vielleicht zehn Jahren zu hochgegriffen, merkte er an.

Uwe Rädisch (CDU) pflichtete Janson bei. Bei der Besichtigung des Hauses Anfang April, der sich sowohl Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses als auch des Bildungs-, Kultur- und Sozialausschusses angeschlossen hatten, habe niemand das Dach gesehen. Deshalb wisse man nicht, ob nur Pfannen lose sind oder der ganze Dachstuhl marode ist.

Die Kostenschätzung kam laut Verwaltung dadurch zustande, dass die Sanierung einer anderen Immobilie in der Königstraße zum Vergleich herangezogen wurde. Um zu konkreteren Zahlen zu gelangen, müsse unbedingt ein Fachplaner eingeschaltet werden. Dafür müsse Geld in den Haushalt eingestellt werden, hieß es.

Einig waren sich die Ausschussmitglieder darin, dass die Sanierung auf die mittlere Etage des Hauses beschränkt bleiben soll, da die Zukunft des Hauses ungewiss ist. Zur traufständigen Seite des Gebäudes sollen demnach neue Fenster eingesetzt werden, zur Straße hin sei dies bereits geschehen.

Stirnrunzeln rief hervor, dass mit der Sanierung im Ober- und Dachgeschoss eine "Nutzungsänderung" verbunden sein soll und dass dafür ein Bauantrag gestellt werden muss. Die Beschlussvorlage wurde letztlich postwendend zur Überarbeitung an die Verwaltung zurückgegeben.

Uwe Rädisch kündigte an, er wolle demnächst das Dach einer genauen Inspektion unterziehen. Nur so lasse sich feststellen, ob der Dachstuhl womöglich komplett wurmstichig und von Grund auf erneuerungsbedürftig ist. Darüber hinaus gelte es zu prüfen, ob die obere Decke des Gebäudes isoliert werden muss.