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Pressespiegel

09Apr

Lübecker Nachrichten vom 9. April 2014

Das Rathaus soll für ein Radhaus sorgen. Oldesloer Bau- und Planungsausschuss stimmt für den Bau eines Fahrradparkhauses. Suche nach einem Standort ist schwierig.

Rad-Haus

Im Radhaus können Zweiräder platzsparend geparkt werden.

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe - Nach wie vor drängen sich am Oldesloer Bahnhof die Fahrräder dicht an dicht. Pendler beklagen seit langem, dass es dort nur unzureichende und vor allen Dingen kaum sichere Abstellplätze für Fahrräder gibt. Wenn es nach dem Willen der Mitglieder des Bau- und Planungsausschuss gehen würde, gehörten diese Probleme in absehbarer Zeit der Vergangenheit an. Sie sprachen sich am Montagabend einhellig für den Bau eines Fahrradparkhauses aus. Diese Idee war als eine von vielen im Radforum der Stadt vorgeschlagen und für gut befunden worden.

Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD) hatte reichlich Anschauungsmaterial besorgt, damit sich die Fraktionen ein Bild von der Funktionsweise eines Radhauses machen konnten. Sie zeigte einen Videoclip aus der Stadt Offenburg in Baden Württemberg, wo ebenfalls am Bahnhof ein vollautomatisches Parkhaus errichtet wurde, das sich mit einer Chipkarte bedienen lässt. Die Räder werden darin auf Trägerpaletten verwahrt – in einem Stockwerk jeweils zwölf Stück. Das Gebäude in Offenburg hat vier Etagen und kann aus diesem Grund 96 Räder fassen.

Für Bad Oldesloe ist ein zehn Meter hoher Fahrradturm mit fünf Stockwerken im Gespräch. Nach Informationen von Maria Herrmann werden die Baukosten auf 330 000 Euro geschätzt. "Das ist eine gute Sache", meldete sich Uwe Rädisch (CDU) zu Wort. Er erkundigte sich, ob die Mehrwertsteuer bereits in diesem Preis mit enthalten sei.

Grünenfraktionschef Wilfried Janson gab den Hinweis, dass es sehr viele Möglichkeiten gibt, Fördermittel für ein solches Projekt zu bekommen. Der Umstieg vom Auto auf die Bahn sei politisch gewollt und so gebe es diverse Programme, die derartige Abstellanlagen finanziell unterstützen. "Auf diese Weise ist eine Übernahme der Kosten von bis zu 80 Prozent möglich", sagte er. Lediglich für Zuschüsse aus dem Programm der Internationalen Bauausstellung sei es wohl schon zu spät. Dafür müssten Anträge bereits bis zum 30. April abgegeben werden.

Nach Darstellung der Stadtverwaltung soll es aber für das Projekt am Bahnhof kaum Chancen geben. Als Hinderungsgrund führte Bürgermeister Tassilo von Bary an, dass es schwierig sei, dort einen geeigneten Standort zu finden. So müsse der Abstand zu den Leitungen der Deutsche Bahn AG eingehalten werden. Andere, eigentlich in Frage kommende Flächen seien auch höchst problematisch, weil dort Autoparkplätze weichen müssten und das habe zur Konsequenz, dass die Stadt dafür erhaltene Zuschüsse zurückgeben müsse. Die Verwaltung könne aber versuchen, darüber mit dem Fördermittelgeber zu verhandeln. Die Frage, ob es keine Möglichkeiten gebe, das Radhaus auf dem Bahnhofsvorplatz zu errichten, wurde ebenfalls negativ beschieden. Der ganze Bahnhofsbereich sei gefördert, hieß es zur Antwort.

"Wir wollen nicht alles ins Negative reden. In den nächsten Jahren werden noch mehr Leute aufs Fahrrad umsteigen. Deshalb brauchen wir jetzt eine Lösung, bei der wir möglichst viele Fahrräder auf einer Fläche unterbringen können", setzte sich Janson erneut für das Parkhaus ein. Einstimmig sprachen sich die Ausschussmitglieder für das Radhaus aus. Sie beauftragten die Verwaltung, alle Hebel in Bewegung zu setzen, damit dieses Projekt realisiert werden kann.

 


Weitere Fahrradboxen

Wie hoch die Miete fürs Parken im Radhaus veranschlagt werden soll, konnte im Ausschuss nicht beantwortet werden. Sofern der Bau gefördert werde, dürfe keine Gebühr für die Nutzung erhoben werden, hieß es. 100 weitere Fahrradboxen mit Überdachung können übrigens nach Auskunft der Oldesloer Stadtverwaltung in der Mitte der Bahnanlagen zwischen den Schienen aufgestellt werden.