Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder

Pressespiegel

11Apr

Lübecker Nachrichten vom 11. April 2014

Grüne fordern Solaranlage fürs Klärwerk. Nur mit einem Dringlichkeitsantrag kann das Thema von den Oldesloer Stadtverordneten noch beraten werden.

Die Mitglieder des Oldesloer Finanzausschusses betrachten

Außentermin: Die Mitglieder des Oldesloer Finanzausschusses betrachten die „Lehrlingsecke“ des Bauhofes. Foto: K. Kuhlmann-Schultz

Von K. Kuhlmann-Schultz Bad Oldesloe - Der Umweltausschuss hatte sich noch dafür ausgesprochen, im Oldesloer Finanzausschuss wurde die Idee, Photovoltaikanlagen auf dem Klär- beziehungsweise Wasserwerk zu installieren, abgeschmettert. "Die Photovoltaikanlage macht keinen Sinn", unterstrich die Vorsitzende des Ausschusses, Birgit Reichardt-Mewes(CDU). Entscheidend wird jetzt sein, wie die Stadtvertreter auf ihrer Sitzung am kommenden Dienstag abstimmen - falls es dazu kommt. Denn die Verwaltung hat versäumt, diesen Punkt auf die Tagesordnung zu stellen.

Bis zum 31. Juli muss die Photovoltaik-Anlage auf den Dächern liegen, erklärte der Grünen-Fraktionschef Wilfried Janson. Denn nur bis zu diesem Zeitpunkt würde keine Umlage nach dem Energie-Einspeise-Gesetz für diesen selbstproduzierten Strom fällig, der auch komplett selbst genutzt würde. Janson verwies darauf, dass es in 30 Jahren zu Einsparungen von160 000 Euro käme. "Die beiden Anlagen können wirtschaftlich betrieben werden." Janson drängte auf eine schnelle und zudem positive Entscheidung. Denn nach dem 1. August würde das mit der Wirtschaftlichkeit schlechter aussehen. Aber gerade die wurde von der CDU sowieso in Frage gestellt. Denn gerade einmal ein Prozent des Stroms, den das Wasser- und Klärwerk verbrauchen, würde von der Photovoltaikanlage produziert.

"Wir haben Bauchschmerzen, für diese begrenzte Wirtschaftlichkeit so viel Geld auszugeben", erklärte Reichardt-Mewes deshalb. Immerhin müssten 110 000 Euro investiert werden - aus dem Topf für Unvorhergesehenes - ,um die Photovoltaikanlagen auf die Dächer zusetzen. Es sei eine kleine Maßnahme, die zudem personelle Kapazitäten binden würde. "Das ist nicht gerade wahnsinnig ökologisch."

"Wir sollten keine Schwarzmalerei betreiben. Die Stadt muss mit positivem Beispiel vorangehen", forderte Janson. 160 000 Euro seien eine gute Rendite. Es sei eine zusätzliche Maßnahme. Und die, so seine Parteikollegin Karin Hoffmann, sollte auch im Zusammenhang mit der gesamtpolitischen Lage in der Welt gesehen werden. "Je unabhängiger wir sind, desto besser stehen wir da." Ein Gedanke, der für die SPD nachvollziehbar ist.

Der Geschäftsführer der Stadtwerke, Jürgen Fahl, empfahl dem Finanzausschuss, die beiden Anlagen nicht zu bauen. Das wirtschaftliche Ergebnis sei nach seinen Berechnungen nur leicht positiv und der Aufwand im Verhältnis zur erzeugten Energie vergleichsweise hoch. Fahl empfahl den Politikern, sich auf andere Maßnahmen zu konzentrieren, etwa auf das Sparen von Energie beim Klärwerk. Seiner Meinung nach sei die Photovoltaik in einem sonnenarmen Land wie Deutschland sowieso nicht so effektiv. Fahl setzt vielmehr auf Windkraft. Grundsätzlich- wenn der entsprechende Beschlussaus der Politik kommen würde - könnten bis zum Stichtag 31. Juli die Anlagen auf den Dächern installiert werden. Allerdings gab er zu bedenken, dass keiner sagen könne, was mit den beiden Gebäuden passiere. "Wir wissen nicht, ob die Gebäude in 20 Jahren noch so genutzt werden.

"Für eine Entscheidung muss das Thema aber - wie von den Grünen gefordert - auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung am kommenden Dienstag landet. Denn, so der Leiter des Bad Oldesloer Hauptamtes, Malte Schaarmann, es habe ein "verwaltungstechnisches Malheur" gegeben. Deshalb sei der Punkt "versehentlich" nicht aufgenommen worden. "Dann haben wir ein großes Problem", so Wilfried Janson. "Das bedeutet, dass wir den 31. Juli nicht hinkriegen." Helfen kann nur ein Dringlichkeitsantrag, den Bürgermeister Tassilo von Bary stellen müsste. Und das hat er zugesagt.