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Pressespiegel

19Mär

Lübecker Nachrichten vom 19. März 2014

Bau des Kreisels in Oldesloe beginnt. Ab 10. April wird zunächst die Kurparkallee wegen Kanalarbeiten gesperrt.

Planung Kreisverkehr

Den Auftrag, den Kreisverkehr zu errichten, hat die Arbeitsgemeinschaft der Firmen Bergemann-Gräper und Grothe Bau erhalten.

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe - Eines der wohl teuersten und ehrgeizigsten Verkehrsprojekte im Rahmen des Oldesloer Stadtumbaus steht kurz vor der Ausführung. Binnen der nächsten 14 Tage wird die Baustelle für den neuen Kreisverkehr an der Kreuzung Mewesstraße/Kurparkallee/Sülzberg eingerichtet.

Das Vorhaben soll in mehreren Abschnitten verwirklicht werden, wie Klaus-Peter Scharnberg, Sachgebietsleiter Tiefbau bei der Oldesloer Stadtverwaltung, gestern bekanntgab. Zunächst wird an der Kanalisation in der Kurparkallee gearbeitet. Dazu muss die Straße von Donnerstag, 10. April, an bis voraussichtlich Ende Juni gesperrt werden - und zwar zwischen der Beste und der Einmündung zum späteren Kreisverkehr. Die Zufahrt zum Liebeparkhaus und den Grundstücken sei aber bis auf eine Ausnahme während der Bauzeit möglich, sagte Scharnberg.

Auf diesem Abschnitt der Kurparkallee werden nicht nur sämtliche Regen- und Schmutzwasserleitungen erneuert, aus Gründen des Umweltschutzes muss zudem eine Anlage zur Reinigung des Oberflächenwassers gebaut werden. Laut Günter Pauli von den Stadtwerken haben dies die Behörden so gefordert, weil in die Kurparkallee auch das Wasser von der mit Schadstoffen stark belasteten Park & Ride-Anlage vom Bahnhof fließe und von dort alles in die Beste als Vorfluter einmünde. Um das sechs Meterlange, drei Meter breite und 4,50 Meter tiefe Behandlungsbecken bauen zu können, müssten groß dimensionierte Spundwände eingezogen werden. Dies sei nur möglich, wenn die Straße gesperrt sei.

Schon während dieser Phase wird auf der südlichen, der dem Kurpark zugewandten Seite, eine Behelfsfahrbahn angelegt. Sobald das große Bauwerk vollendet ist, was schätzungsweise Ende Juni der Fall sein wird, soll der Verkehr einspurig an der Baustelle vorbeirollen dürfen, aber nur in Richtung Salinenstraße. Von dieser Regelung sollten aber wirklich nur Kraftfahrer Gebrauch machen, die unmittelbar dort zu tun haben, appellierte Scharnberg an das Verständnis der Autofahrer. Denn generell würden alle Fahrzeuge im großen Bogen über den Berliner Ring um die Baustelle herumgeführt. Die Busfahrer haben in diesem Zusammenhang den schwersten Part. Anfang April, wenn die Sperrung beginne, bringe die Autokraft einen gesonderten Baustellenfahrplan heraus.

"Wir hoffen, alles so hinzubekommen, dass der Verkehr nicht zusammenbricht", sagte Bürgermeister Tassilo von Bary. Da zeitgleich die A 1 saniert werde, könne es eng werden, wenn der Verkehr von dort wegen eines Unfalls durch die Stadt geleitet werde.

Bis zum Herbst soll die Kurparkallee mit einer befahrbaren Tragschicht fertig sein. Bauabschnitt zwei umfasst den Sülzberg und wird 2015 in Angriff genommen. Auch diese Straße wird für einen Monat wegen des Leitungsbaus gesperrt. Den genauen Ablaufplanfür diese Bauphase und den anschließenden Kreiselbau will die Stadt erst später präsentieren, da sich noch Veränderungen ergeben können. Nach derzeitiger Planung soll der gesamte Kreisverkehr aber bis Ende 2015 fertig sein. Während der Herbstferien im nächsten Jahr werde dort die abschließende Asphaltdecke aufgebracht, kündigte Scharnberg an.

An der Finanzierung des Kreisverkehrs sind mehrere Geldgeber beteiligt. Die Stadt ist mit etwas mehr als 1,7 Millionen Euro imBoot, wobei sich ihr Anteil noch einmal reduziert. Das Projekt ist Teil des Fördergebiets "Südliche Innenstadt". Bund und Land subventionieren es je zur Hälfte mit insgesamt 900 000 Euro. Rund 1,3 Millionen Euro bringen die Stadtwerke für den Ausbau der Kanalisation auf, mit 210 000 Euro beteiligt sich auch die VSG-Netz am Kreiselausbau. Laut Marco Büchler, zuständig für die Planung, werden damit Strom- und Gasleitungen saniert. Zudem sollen Leerrohre für die spätere Breitbandversorgung in den Boden gebracht werden. "Der offizielle Termin, wann ein Anschluss erfolgen kann, steht aber noch nicht fest", fügte er hinzu.

 

Durchmesser soll auch für Gelenkbusse ausreichen

Auf die Kritik, dass der neue Kreisverkehr zu eng konzipiert sei, ist gestern Jörg Müller von der Ingenieurgesellschaft Gosch-Schreyer eingegangen. Friedrich-Karl Kümmel von den Freien Bürgern für Bad Oldesloe hatte moniert, dass Gelenkbusse Probleme haben werden, ihn zu passieren. Wie der Planer anmerkte, sei im Vorfeld sehr ausgiebig über den Durchmesser desKreisverkehrs diskutiert worden. Doch leider gebe es an der Kreuzung nicht genügend Platz, um die Verkehrsanlage großzügiger zu gestalten. "Wir hätten sonst noch weiter in das Gelände des Kreises ausweichen müssen", erklärte er. Aus diesem Grunde hätten sich letztlich alle auf einen Durchmesser von 30 Metern verständigt. Computersimulationen hätten gezeigt, dass Gelenkbusse dort problemlos herumkämen. "Sicherlich nicht mit hohen Geschwindigkeiten, aber es müsste gehen",sagt der Planer.