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Pressespiegel

20Mär

Stormarner Tageblatt vom 20. März 2014

„Wir hinken wieder hinterher“. Im Krippenbereich stehen in Bad Oldesloe 149 Kinder auf der Warteliste für das kommenden Kindergartenjahr.

Bad Oldesloe

Was hat die Kreistadt in den Vergangenheit nicht alles unternommen, um ausreichend Krippen- und Kindergartenplätze anbieten zu können. Hat es was gebracht? Eine jährliche Fortschreibung des Kindertagesstättenkonzepts sollte darüber eigentlich Klarheit bringen.

Halina Waltz (SPD) meldet Zweifel an: "Wir haben so viel angeschoben", sagte sie jetzt im Sozialausschuss, "aber ich habe das Gefühl, wir hinken schon wieder hinterher." Die Zahlen scheinen ihr Recht zu geben. Im Krippenbereich stehen 149 Kinder auf der Warteliste für das kommenden Kindergartenjahr. Hinzu kämen theoretisch noch elf auswärtige Kinder, die aber keine Chance haben, einen Platz zu bekommen. Es werden nach den Sommerferien aber nur 65 freie Plätze zur Verfügung stehen. Unterm Strich ergibt das alos ein Minus von 84 Krippenplätzen.

Die Verwaltung weit in dem Bericht darauf hin, dass 44 von den 149 Kindern bereits im vergangenen Jahr auf der Warteliste standen. Daraus wird gefolgert, dass sich diese Eltern anderweitig zu helfen wussten. Bliebe also vielleicht nur ein Rest von 40. Voraussichtlich zum Ende des Jahres werden im Neubau am Steinfelder Redder 20 zusätzliche Plätze geschaffen.

Im Kindergartenbereich ist die Lage etwas besser. Mindestens 219 Kindergartenkinder wechseln im Sommer an eine Grundschule, bis zu 39 "Kann-Kinder" könnten noch dazu kommen. 262 Kinder stehen auf der Warteliste, 53 Auswärtige haben ebenfalls Interesse angemeldet. Das bedeutet, dass 43 Kitaplätze für Oldesloer Kinder fehlen. Da aber am am Moordamm fünf neue Plätze entstehen und am Steinfelder Redder (allerdings erst zum Jahresende) sogar 60, entspannt sich die Situation. Erst recht, wenn der Blick etwas weiter in die Zukunft schweift. Laut Prognose der Kreisverwaltung gehen die Geburtenzahlen von jetzt 190 in den nächsten gut 20 Jahren voraussichtlich auf 146 zurück. "Wir verspüren keinen Druck", sage Facbbereichsleiter Thomas Sobczak: "Eltern suchen und finden scheinbar auch Lösungen." Bislang gebe es keinen Fall, dass Eltern ihren Rechtsanspruch eingeklagt hätten.

"Realität und Praxis sehen anders aus", kritisierte Ausschussvorsitzende Annelie Strehl (FBO): "Ich weiß von Leuten, die schon zwei Jahre warten." Das Anmeldeverfahren sei "zeitraubend und nicht transparent". Deshalb beantragte sie für die Wählergemeinschaft die Einrichtung einer zentralen Anmeldestelle. Damit lief sie quasi offene Türen ein. "Das ist etwas, was wir uns auch wünschen", bestätigte Thoms Sobczal seitens der Verwaltung.

Für die Grünen sitzt die Leiterin des Kindergartens am Masurenweg im Sozialausschuss. Auch sie würde so ein Verfahren begrüßen. Das Abarbeiten der Warteliste bis zur endgültigen Belegung sei sehr aufwändig, bis in den August hinein müsse sie nur deshalb unzählige Telefonate führen. Etliche Eltern hätten zwischenzeitlich einen alternativen Platz gefunden, andere würde mit der Zusage noch warten wollen, weil sie noch ein anderes Eisen im Feuer hätten. Für Eltern, die gerne einen Platz nehmen würden, führt das zu elenden Verzögerungen. Sie verschwieg auch nicht, dass grade kleine Träger bei einem solchen Verfahren Angst hätten, auf diesem Wege "totgeschrumpft" zu werden.

"Die Tücke steckt im Detail", warnte Thoms Sobczak. Alle Kitaträger müssten bei dem Verfahren mitmachen, die benötigte Software sei sehr teuer und stehe datenschutztechnisch in der Kritik, die Verwaltung würde dann mehr Personal benötigen. Da über einheitliche Anmeldeverfahren landesweit diskutiert werde, geht die Verwaltung davon aus, im Juni Erfahrungsberichte liefern zu können. Dann soll das Thema konkret diskutiert werden. Andreas Olbertz