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Pressespiegel

12Mär

Lübecker Nachrichten vom 12. März 2014

Bauausschuss will sich für Oldesloer Hospiz einsetzen. Vorsitzende schlägt vor, dem Innenministerium das Projekt zu präsentieren.

Sabine Tiedtke, Vereinsvorsitzende

Das Grundstück ist ein Geschenk. Dadurch verringern sich die Kosten.“ Sabine Tiedtke, Vereinsvorsitzende

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe - Die Aussichten, dass am Schwarzen Weg in Bad Oldesloe ein Hospiz errichtet werden darf, sind offenbar doch nicht so schlecht, wie es anfangs schien. Nach eingehender Prüfung hat die Bauverwaltung der Stadt jetzt festgestellt, dass das in Frage kommende Grundstück nicht im Außenbereich liegt. Bürgermeister Tassilo von Bary hatte das Gegenteil noch im Oktober behauptet und dem Projekt keine Chancen eingeräumt.

Nach Auskunft des Bauamtes besteht für das Gebiet am Schwarzen Damm jedoch durchaus ein B-Plan. Doch müsste er, genauso wie der Flächennutzungsplan, geändert werden, damit dort ein Hospiz entstehen könne, hieß es in der jüngsten Sitzung des Bau-und Planungsausschusses. Demnach ist der Standort nicht gänzlich tabu für eine Bebauung, es gibt aber noch planungsrechtliche Hindernisse.

Nicole Rowe vom Sachgebiet Planung und Umwelt in der Oldesloer Verwaltung legte dar, dass beide Pläne Kleingärten beziehungsweise eine Nutzung als Grünfläche vorsehen. Insofern sei eine Genehmigung von höherer Ebene nötig, um dort Baurecht einräumen zu können. Eine weitere Hürde bestehe darin, das Hospiz in die richtige Gebietsform einzuordnen.

Grundsätzlich sei dies in einem normalen Mischgebiet möglich, fuhr Nicole Rowe fort. Doch der Standort am Schwarzen Damm verstoße gegen das "Zentralisationsgebot". Es besage, dass Siedlungen räumlich konzentriert werden müssen, wobei vorrangig vorhandene Strukturen mit bereits bestehender Infrastruktur genutzt werden sollen. Wenn sich herausstelle, dass in Bad Oldesloe Bedarf für ein solches "Siedlungswachstum" bestehe, müsse versucht werden, das Gebiet an die Sophie-Scholl-Straße und Ernst-Barlach-Straße anzuschließen. Dazu seien aber auch umfangreiche Untersuchungen nötig.

Eine weitere Möglichkeit bestehe darin, ein Sondergebiet auszuweisen, stellte die Bauexpertin zur Disposition. Doch gebe es planungsrechtlich keine zwingenden Gründe, weshalb das Hospiz genau an dieser Stelle errichtet werden müsse, wenn dies auch im inerstädtischen Bereich möglich sei.

Sabine Tiedtke, Initiatorin und Vorsitzende des Fördervereins "Lebensweg- stationäres Hospiz für Jung und Alt", hatte für das Projekt bereits gemeinsam mit der Reinfelder Architektin Doris Rickmers in allen Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung geworben. Die Resonanz war offenbar positiv. So äußerten sich die Lokalpolitiker im Ausschuss denn auch wohlwollend.

"Das Hospiz ist sehr wichtig für Bad Oldesloe und die Umlandgemeinden", sagte etwa Friedrich-Karl Kümmel (FBO). Hartmut Jokisch (Grüne) stellte die Frage, warum nicht ein Ort zum Sterben als Sondergebiet ausgewiesen werden könne. Dort, wo Mopedlärm und Kindergeschrei herrsche, passe es wohl nicht hin. Eine stille Gegend sei dagegen angemessener, erklärte er. "Das Grundstück ist ein Geschenk. Dadurch verringern sich die Kosten. Der Verein muss deshalb deutlich weniger Geld aufbringen", führte Sabine Tiedtke zudem als Aspekt an.

Die Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD) machte den Vorschlag, die Beratung zum Thema zunächst an den Bildungs-, Sozial und Kulturausschuss zu verweisen. Wenn das Projekt Hospiz auch dort auf Zustimmung stoße, könne der Plan dem Innenministerium vorgestellt werden. Wenn von dort ein positives Signal komme, könne auch der Förderverein mit mehr Sicherheit planen. Diesem Vorschlag stimmten die Ausschussmitglieder einstimmig zu.