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Pressespiegel

11Mär

Stormarner Tageblatt vom 11. März 2014

„Ball liegt jetzt beim VfL“. Streit um Nutzung des Exer-Kunstrasens eskaliert / Bürgerworthalter Fehrmann verärgert über Tonfall

Der neue Kunstrasenplatz auf dem Exer.

Bad Oldesloe

Da war für Oldesloes Bürgerworthalter Rainer Fehrmann das Maß des Erträglichen eindeutig überschritten: Inkompetenz, Respektlosigkeit, Stadt ist der größte Witz, danke für nichts ihr Amateure ... Am Wochenende ist eine Flut von Beschimpfungen über Oldesloes Kommunalpolitiker hereingebrochen - ein regelrechter Shitstorm. Und das alles wegen eines Fußballplatzes. Wie bereits berichtet hatten die Mitglieder des Sozialausschusses über alle Fraktionsgrenzen hinweg einmütig bestätigt, dass der Kunstrasen auf dem Exer öffentlich nutzbar sein soll und es keinerlei Vorrechte für irgendeinen Verein gebe. Das sorgte für Unmut in der Kicker-Szene. "Die Ausschussmitglieder, die da namentlich genannt wurden, hatten ein schlechtes Wochenende. Dass teilweise sogar VfL-Amtsträger die Oldesloer Stadtverordneten in so unqualifizierter Weise attackieren, ist nicht hinnehmbar", kritisiert der Bürgerworthalter. Die Forderung nach Nutzungsrechten sei zwar nachvollziehbar, Kritik an Kommunalpolitikern selbstverständlich erlaubt - "auch wenn sie nur auf Halbwissen beruht" - aber das, was derzeit passiere, ginge zu weit. In der Sache hat Rainer Fehrmann nichts mit dem Sozialausschuss zu tun, als Bürgerworthalter hält er in diesem Fall allerdings seine schützende Hand über die Kollegen und geht in die Offensive.

Die Vereinsführung des VfL habe nach "mehr oder weniger harschen Wortbeiträgen" in der Bürgerfragestunde die Chance nicht genutzt, ihr Anliegen unter dem Tagesordnungspunkt "Mitteilungen und Anfragen" zu erläutern. Nur da hätten die Politiker antworten dürfen. So hatte es Vorsitzende Annelie Strehl (FBO) auch in der Sitzung erläutert. Den Politikern sei schlicht nicht bekannt gewesen, dass angeblich weder der Platz am Masurenweg noch das Travestadion nicht bespielt werden dürften. "Das ist der Knackpunkt", so Fehrmann: "Wenn das Wissen da gewesen wäre, hätte jemand einen Dringlichkeitsantrag stellen können."

Alternativ hätte der Bürgermeister in dieser Situation eine befristete ad-hoc-Ausnahme erlassen können, die dann nachträglich vom Ausschuss abgesegnet worden wäre. Fehrmann ist sich sicher, dass da niemand nein gesagt hätte. Aber ein entsprechender Antrag liege nicht vor. Fehrmann: "Das alles hat der VfL nicht gemacht und stattdessen über Gott, die Welt und das Travebad gelästert. Damit blieb es bei der Rechtslage: Der Exer ist ein Platz für alle."

Der Bürgerworthalter geht davon aus, dass das Thema "Benutzung des Exers" im April auf der Tagesordnung des Sozialausschusses stehen wird. Rainer Fehrmann sagt: "Das bietet dem VfL Anlass, mal Einsicht zu zeigen und andere Signale zu senden." Für ihn ist klar: "Hinter all dem steht, dass der Verein den Platz gerne eingezäunt gehabt hätte. Das ist er aber nicht. Jetzt will der Verein keine Verantwortung übernehmen. Der Ball liegt jetzt beim VfL, der ist gefordert, mit kreativen Ideen zu kommen." Andreas Olbertz