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Pressespiegel

07Mär

Stormarner Tageblatt vom 7. März 2014

Der Exer-Rasen ist für alle da. Kontroverse Diskussion im Oldesloer Sozialausschuss über die Nutzung des neuen Kunstrasenplatzes.

Jugendliche beim Vereinstraining.

Bad Oldesloe

Die Stoßrichtung war eindeutig, doch der massive Auftritt des VfL in der Sitzung des Oldesloer Sozialausschusses ging gründlich nach hinten los. Vereinsvorsitzender Detlef Rädisch und eine ganze Reihe von Trainern berichteten in der Bürgerfragestunde von ihren Problemen mit dem neuen Kunstrasenplatz auf dem Exer. Caroline Relling, Spartenleiterin Mädchenfußball, kritisierte die "angespannte, teilweise aggressive Stimmung", weil vereinslose Jugendliche den Platz zu Trainings- oder Punktspielzeiten nicht räumen wollten. Bürgermeister Tassilo von Bary, so Detlef Rädisch, habe bei einem Gespräch im Oktober zugesagt, ein entsprechendes Schild aufstellen zu lassen. Passiert sei bislang allerdings nichts.

So einfach, wie der traditionsreiche VfL Oldesloe sich das wünscht, ist es aber nicht. "Wir hoffen, dass es ein respektvolles Miteinander gibt", erklärte Fachbereichsleiter Thomas Sobczak: "Die offizielle Regelung ist, dass man sich vernünftig einigen muss." Für den Fall, dass es keine Einigung gebe, liege kein Plan B bereit. Im Rathaus seien auch schon Mails von Jugendlichen eingegangen, die sich ebenfalls beschwerten - über die Vereinssportler. Da es keinen Pachtvertrag gebe, könnten auch keine Vorrechte oder Zusagen geltend gemacht werden.

Stadtverordnete dürfen sich während der Bürgerfragestunde nicht zu Wort melden. Am Ende der Tagesordnung (unter Punkt Anfragen und Mitteilungen) ging es dann richtig zur Sache. Aygün Caglar (CDU) eröffnete die Diskussion. Die juristische Tragweite des Problems, schien ihm da noch nicht ganz klar zu sein. Sein Vorschlag: Wenn die VfL-Trainer sich nicht gegen Jugendliche auf dem Platz durchsetzen könnten, müssten sie die Polizei rufen. Die würde sie dann des Kunstrasens verweisen. Zu diesem Mittel müsse man vielleicht drei oder vier mal greifen, dann habe sich das Problem erledigt. So einfach ist es jedoch nicht, denn der VfL genießt auf diesem Platz keinerlei Privilegien, da gäbe es für die Ordnungshüter nichts zu regeln. Da dämmert es Caglar: "Wenn ich SC Union wäre, würde ich auch mal zum Training auf den schönen Platz gehen. Und wenn der Kinder- und Jugendbeirat das spitz bekommt, wird er da ebenfalls was machen." Zustimmendes Nicken von allen Seiten.

Der Exer ist historischer Fußballgrund. Bereits vor mehr als 100 Jahren traten dort die ersten Fußballbegeisterten gegeneinander an. Lange Zeit fristete der Platz ein Nischendasein: Auf der roten Asche wollte niemand freiwillig spielen. Im vergangenen Jahr wurde er für 600 000 Euro in einen Kunstrasenplatz umgebaut. Lange und heftig wurde über eine Einzäunung gestritten. Aber im Grunde herrschte Einigkeit: Das soll ein Platz für alle sein, die da kicken wollen. Und an dieser Auffassung hat sich nichts geändert. Im Gegenteil.

Es wurden Vorwürfe gegen den VfL Oldesloe laut. Angelika Studtmann (CDU) kritisierte, dass das Travestadion fast immer ungenutzt sei. "Schonen die ihren eigenen Platz und spielen stattdessen nur noch auf dem Exer?", fragte sie. Außerdem ärgerte sie sich über das Verhalten der organisierten Kicker. Statt Jugendliche vom Kunstrasen zu vertreiben, sollten alle Anstrengungen unternommen werden, sie an den Verein zu binden.

Gudrun Möllnitz (CDU) wollte wissen, woher die zahlreichen Mannschaften kämen, die jetzt auf dem Exer trainieren wollen. An anderer Stelle müssten dadurch doch Kapazitäten frei geworden sein. Es herrschte allgemeines Unverständnis darüber, dass der VfL ohne rechtliche Grundlage verbindliche Punktspiele auf diesem Platz ansetze. Im Raum stand der Verdacht, dass dabei auch noch Eintrittsgelder genommen würden.

Für Halina Waltz (SPD) sind die Absichten des Vereins offensichtlich: "Es wird viel behauptet und alles soll darauf hinauslaufen, dass der Platz eingezäunt wird und nur der VfL einen Schlüssel bekommt." Angela Fehrmann (CDU) stimmte ihr zu: Der Zahn der Verbindlichkeit muss dem VfL gezogen werden."

Nächsten Monat soll das Thema erneut - dann mit dem Bürgermeister, Vertretern des VfL , dem Kinder- und Jugendbeirat sowie Karin Heinzen - diskutiert werden. Andreas Olbertz