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Pressespiegel

01Mär

Lübecker Nachrichten vom 1. März 2014

Investor drohte mit Rückzug aus Oldesloe. SPD und Grüne wollten prüfen lassen, ob Trave-Arkaden den Läden in der City Konkurrenz machen.

Katharina Staiger

Katharina Staiger zeigte den „Versorgungsbereich“ der City. Foto: dvd

Von Dorothea von Dahlen Bad Oldesloe - Die Nerven waren zum Zerreißen gespannt. Die dreistündige Debatte zum neuen Nahversorgungszentrum im Oldesloer Bau- und Planungsausschuss trieb so manchem Besucher die Sorgenfalten ins Gesicht - wenn auch aus den verschiedensten Gründen.

SPD und Grüne hatten beantragt, eine Verträglichkeitsstudie in Auftrag zu geben, die prüft, inwieweit die Trave-Arkaden den kleinen Geschäften in der Oldesloer Fußgängerzone die Kunden wegnehmen. In jüngster Zeit war publik geworden, dass dort ein Bio-Supermarkt einziehen soll, was die Inhaber von Reformhaus und Bioladen in Alarm versetzt hat.

"Uns fehlen die Fakten, um einschätzen zu können, ob es, wie vom Innenministerium angemerkt, zu einem Verdrängungswettbewerb kommt", sagte SPD-Fraktionschefin und Ausschussvorsitzende Maria Herrmann. Vorher könne man dem Investor kein grünes Licht geben.

Das ließ diesen vom Sitz emporschnellen. "Wenn dieser Antrag durchkommt, machen wir die Bücher zu. Ich habe von Anfang an mit offenen Karten gespielt und bin erschüttert", konterte Hans-Joachim Weber. Es sei schade um das, was in der Verwaltung bereits geleistet wurde für das Projekt. Immerhin sei schon viel Geld hineingeflossen. Er selbst habe auf eine Rendite von 200 000 Euro verzichtet, da er mit Rewe einen Mietvertrag über 20 Jahre und mit Budnikowski über zwölf Jahre abgeschlossen habe.

Schützenhilfe bekam er von Uwe Rädisch (CDU). "Wenn Sie die Zerstörung der Stadt wollen, machen Sie so weiter. Ich raste hier bald aus", meinte er. Es sei erstaunlich, dass alle Beschlüsse im Vorfeld einmütig gefasst wurden und jetzt alles in Frage gestellt werde. Das verunsichere Investoren.

Katharina Staiger von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) hatte zuvor dargelegt, dass das Marktgebiet des Einzelhandels mehr hergibt als vielleicht angenommen. Als Mittelzentrum habe Bad Oldesloe nicht allein eine Versorgungsfunktion für seine 24 000 Einwohner, sondern hochgerechnet für mehr als 61 000 Menschen im größeren Umkreis. Schließlich sei es auch möglich, die Kundenströme aus Reinfeld nach Bad Oldesloe zu leiten. Insofern seien noch nicht alle Kapazitäten ausgeschöpft.

Eine mögliche Konkurrenz zu den Bioläden betreffend, merkte Weber an, habe er eine Liste mit Sortimenten bekommen, die er möglichst nicht in die Trave-Arkaden aufnehmen solle. Biowaren hätten nicht darauf gestanden. "Ich hatte einen Persilschein von der Verwaltung", sagte er. Das widerum versetzte die Antragsteller in Erstaunen. Maria Herrmann erklärte, von einer solchen Liste habe sie nichts gewusst. Auch die Abwägungsergebnisse zum Einkaufszentrum, die kritische Anmerkungen vom Innenministerium enthalten, seien ihrer Fraktion erst im Februar zugänglich gemacht worden. "So kann man mit uns nicht umgehen" ,kritisierte sie.

Auf Bitten Webers wurde die Öffentlichkeit für gewisse Zeit ausgeschlossen, um den Ausschussmitgliedern Einblick in Geschäftsinterna geben zu können. Bei der anschließenden Abstimmung des Antrags gab es eine Überraschung: Rein zahlenmäßig wären SPD und Grüne in der Mehrheit gewesen, doch Hans-Hermann Roden (SPD)enthielt sich. Dass ein Biomarkt in die Arkaden ziehe, störe ihn nicht. Für ihn sei wichtig, dass in die Arkaden nach Geschäftsaufgaben später nicht doch kleinere Läden einziehen, die der Innenstadt Konkurrenz bieten. Diese Befürchtung habe die Verwaltung ausgeräumt.

In die Stadtverordnetenversammlung wollen SPD und Grüne den Antrag nicht mehr einbringen.

Was macht die Postbank?

Die Postbank will nach Darstellungvon Hans-Joachim Weber jetzt nicht mehr in die Trave-Arkaden einziehen."Ich hätte sie gern als Mieter behalten und möchte wissen, wer dazwischen gegrätscht hat", sagte er im Ausschuss. Die Postbank selbst wollte diese Aussage nicht kommentieren. "In der kommenden Woche wollen wir mit dem Vermieter über eine Verlängerung des Vertrages in der Lübecker Straße verhandeln", sagte Unternehmenssprecher Ralf Palm. dvd

Online-Petition: Gegner geben nicht auf

Bad Oldesloe - Im Bau- und Planungsausschuss wurde den Plänen von Investor Hans-Joachim Weber grünes Licht gegeben. Hinter den Kulissen regt sich indes weiter Protest dagegen, dass ein Bio-Supermark tin die Trave-Arkaden einziehen soll. Urheber der Initiative, Wolfgang Bartolain, hatte den Investor im Ausschuss am Donnerstag gebeten, von diesem Plan Abstand zu nehmen, um bestehende Geschäfte mit ähnlichem Sortiment in der Fußgängerzone nicht zu gefährden. Nachdem dies offenbar kein Gehör fand, hat er gestern eine Online-Petition gestartet.

"Das Zentrum ist ja im Prinzip auch positiv zu bewerten. Eine Verträglichkeit mit bestehenden Sortimenten in der Innenstadt wurde jedoch nicht geprüft . . . und ist offenbar auch nicht gewollt", schreibt er darin. Der Bioladen, das Reformhaus und auch der Bio-Marktstand seien durch die geplante 400 Quadratmeter große Filiale des Bio-Discounters Denns in ihrer Existenz gefährdet - zumal es schon jetzt Konkurrenz in Super und Drogeriemärkten gebe. Das persönliche Engagement der Inhaberinnen der Geschäfte sei vorbildlich, werde aber dadurch "belohnt", dass sie einem ruinösen Existenzkampf ausgesetzt werden. "So sorgt man für eine seelenlose, verödete Innenstadt", ist sich Bartolain sicher. Mit über 100 Filialen könne der Discounter den Preiskampf länger aushalten als kleine Läden.

Details unter Telefon 045 31/88 52 56 oder wbartolain@googlemail.com