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Pressespiegel

26Feb

Lübecker Nachrichten vom 26. Februar 2014

Kultur- und Bildungszentrum: Kosten bleiben ungedeckelt. Mehrkosten von bisher 500 000 Euro: Uwe Rädisch (CDU) kritisiert die Kämmerei.

Ehemaliges Amtsgericht

Mit dem Umbau des ehemaligen Amtsgerichtes zum Kultur- und Bildungszentrum soll im April begonnen werden. Fotos: Archiv/hfr

Von Kerstin Kuhlmann-Schultz

Bad Oldesloe - Bisher kostet der Umbau des ehemaligen Amtsgerichtes zum Kultur- und Bildungszentrum (KuB) in Bad Oldesloe eine halbe Million Euro mehr als gedacht. Bei knapp 8,8 Millionen Euro liegt die Maßnahme derzeit. Ob es dabei bleibt, oder ob es noch teurer wird, lässt sich noch nicht genau abschätzen. Aber allein die bisherigen Mehrkosten lassen den Stadtverordneten Uwe Rädisch (CDU) am bisherigen Verfahren zweifeln.

"Unfassbar ist das", kommentierte er auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung immer wieder die Angaben der Verwaltung. Da geht es unter anderem um steigende Kosten für den Brandschutz, da geht es um Kosten für 124 zusätzliche Türen, beim Entwässerungssystem, bei der Anschaffung von LED-Lampen und der Belüftung in den Mehrzweckräumen. "Das Brandschutzkonzept ist doch lange bekannt", wieso werde das Ausmaß erst nachträglich deutlich? Wieso trete jetzt erst zutage, dass 124 zusätzliche Türen gebraucht werden? "Wer hat das geplant? Es ist unglaublich, was sich hier abspielt." Der Politiker zweifelte öffentlich daran, dass die gesamte Planung, die von der Kämmerei der Stadt gemacht wird, da überhaupt in den richtigen Händen sei. Oder nicht doch besser im Bauamt richtig liege. "Wir müssen die Dinge splitten." Uwe Rädisch ging sogar noch einen Schritt weiter: "Oder wurde der Kostenvoranschlag bewusst niedrig gehalten, um der Politik die Maßnahme schmackhaft zu machen?"

Dagegen verwahrte sich Bürgermeister Tassilo von Bary (parteilos), der sich schützend vor die Leiterin der Kämmerei, Mandy Treetzen, stellte. "Unsere Kämmerin leistet hervorragende Arbeit bei dem Projekt, die Leistung möchte ich nicht geschmälert wissen". Gleichzeitig betonte der Verwaltungschef, dass es sich bei dem KuB um eine Projektarbeit handele und die Kämmerei nicht allein daran arbeite, sondern mit Mitarbeitern aus dem Bauamt zusammen. "So blauäugig sind wir nicht." Gleichzeitig verwies er darauf, dass die Planungen zum Kultur- und Bildungszentrum bereits "abgespeckt und reduziert" worden seien. Trotzdem blieben die Mehrkosten. "Die Planungen sind schon ein paar Jahre alt", erklärte der Verwaltungschef mit Hinweis auf steigende Kosten. Bei denen bekommt auch die SPD Bauchschmerzen."Frau Treetzen anzugreifen wäre nicht der Weg", erklärte deren Fraktionschefin Maria Herrmann. Das Problem liege im System, liege auch darin, dass "wir keine Angebote wie ein Privatmensch einholen können". Die Politikerin erinnerte daran, dass "wir mal zusammengesessen haben und mit Gewalt jedes Zylinderschloss diskutiert haben". Am Ende der Diskussion hätte die gesparte Million gestanden, die schon von Bary erwähnte. "Wir müssen das Projekt richtig machen, es hilft nichts, wenn wir am Schluss einen halbfertigen Saal haben".

Maria Herrmann verwarf deshalb die von den Freien Bürgern für Bad Oldesloe (FBO) angestrebte Deckelung der Kosten. Ein entsprechender Antrag der FBO, die Kosten bei 8,8 Millionen Euro einzufrieren, fand keine Mehrheit. Genauso wenig wie der von der FBO angedachte Sonderausschuss, der alles detailgenau begleiten sollte. Bereits im Hauptausschuss war die FBO damit gescheitert.

Ein Ende der Kostenentwicklung ist für Wilfried Janson, Fraktionsvorsitzender der Grünen, nicht abzusehen."Man kann schlecht abschätzen, wie sich das entwickelt", betonte er. Hinzu käme, dass die Handwerker volle Auftragsbücher hätten, auch das würde die Kosten nach oben treiben. Wolfgang Schmidt (fraktionslos), stellte die -späte - Frage, ob sich Bad Oldesloe das Kultur- und Bildungszentrumüberhaupt leisten könne.

"Es ist durchfinanziert und machbar", betonte Bürgermeister von Bary. "Wir müssen es uns leisten, um die Stadt weiter voran zu bringen. Wenn das KuB richtig gemanagt wird, ist es ein Mehrwert für die Stadt."