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Pressespiegel

26Feb

Stormarner Tageblatt vom 26. Februar 2014

Mehrkosten bewilligt trotz „Bauchschmerzen“

Bad Oldesloe Oh, was war er wütend. Uwe Rädisch (CDU) bekam sich am Mikrofon in der Festhalle gar nicht mehr ein, als es um die Bewilligung der 450 000 Euro Mehrkosten für den Amtsgerichtsumbau zum KuB ging (wir berichteten).

"Es gab heftiges Bauchgrummeln", leitete Hauptauschuss-Vorsitzende Angela Fehrmann (CDU) diesen Tagesordnungspunkt ein. Dann hatte Uwe Rädisch seinen Auftritt. "Ich bin fassungslos! Wer hat denn das geplant?", wetterte er los und zerriss die Vorlage verbal quasi Punkt für Punkt: "Brandschutz ist doch lange bekannt. 124 zusätzliche Türen - sowas weiß man doch vorher, LED-Beleuchtung predigt uns Wilfried Janson schon seit Jahren und Mehrstärken bei Betonteilen sind eine EU-Verordnung, die sollte man schon kennen." Und damit war er mit seiner Kritik noch lange nicht durch. "Was sind denn das für Fehlleistungen? Sind die Planer überhaupt die richtigen Leute?", wollte der Christdemokrat wissen und erinnerte daran: "Wir sind schon mal heftigst vorgeführt worden als es um Steckdosen und Heizkörper ging." Damals hatte das Architektenbüro erklärt, man sei lediglich von einer Pinselstrich-Sanierung ausgegangen und hätte nicht ahnen können, dass Elektrik und Heizungsanlage hinüber seien - Mehrkosten 1,75 Millionen Euro.

Rädisch äußerte einen Verdacht: "Kann es sein, dass die Kostenschätzung bewusst niedrig gehalten wurde, um uns das Projekt schmackhaft zu machen?" Der CDU-Politiker erntete Beifall von allen Fraktionen. "Ähnliche Bauchschmerzen" räumte SPD-Fraktionsvorsitzende Maria Herrmann ein. Horst Möller, Vorsitzender der CDU-Fraktion, machte deutlich: "Wir müssen da durch. Wir werden aber auch in den nächsten Jahren dafür keine Kredite aufnehmen müssen."

"Mit nackten Zahlen kann man das KuB nicht darstellen", fand Bürgermeister Tassilo von Bary: "Wir brauchen einen Mehrwert für die Stadt." Mit einem Umbau nur für VHS und Musikschule sei es nicht getan, das sei nicht das Bedürfnis der Stadt. "Wir müssen es uns leisten", appellierte er an die Politiker. Die FBO hatte mit ihrem schon aus dem Hauptausschuss bekannten Antrag, die Bausumme zu deckeln und einen Sonderausschuss zu gründen keine Chance. Der Antrag wurde mit breiter Mehrheit abgelehnt.

Trotz aller Empörung wurden die Kostensteigerungen am Ende dann doch bewilligt. Lediglich die drei FBO-Abgeordneten stimmten dagegen. Andreas Olbertz