Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder

Pressespiegel

22Feb

Lübecker Nachrichten vom 22. Februar 2014

Stadt schiebt Stellenbesetzungen weiter auf. Positionen für die Öffentlichkeitsarbeit und den Sportbereich werden in Bad Oldesloe erst 2015 besetzt.

Von K. Kuhlmann-Schultz

Bad Oldesloe - Und noch einmal geschoben: Sowohl die Stelle des Sportsachbearbeiters als auch die der Öffentlichkeitsarbeit werden doch noch nicht im Herbst besetzt. Erst im kommenden Jahr, so das aktuelle Stellenbesetzungsverfahren der Stadt Bad Oldesloe, das während der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses der Stadt behandelt wurde, ist damit zu rechnen, dass Personal eingestellt wird.

Das schmeckt der Politik überhaupt nicht. Die Stellen, so eine erboste Maria Herrmann, Fraktionschefin der SPD, "sind ja keine Überraschung. Das ist ja auch keine zusätzliche Stelle. Es geht um eine Wiederbesetzung". Seit 2012 wird über die Besetzung für die Öffentlichkeitsarbeit diskutiert, im September des selben Jahres musste Stadtmarketingfrau Ina Weber ihre Koffer auf Druck der Politik packen. "Eine Kreisstadt ohne eine Stelle für Öffentlichkeitsarbeit geht gar nicht, das ist lächerlich", findet Herrmann. Sie unterstellt, dass diese Position wohl keine hohe Priorität besitzt.

Die Verwaltung argumentiert anders: "Dadurch, dass im Zusammenhang mit dem Umbau des ehemaligen Amtsgerichts und des historischen Rathauses dringend benötigte Büroräume in der Mewesstraße erst zum Jahresbeginn 2015 zur Verfügung stehen und den dadurch betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorübergehend im Verwaltungsdienstgebäude ein Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt werden muss, kann die Besetzung der Stellen Sportsachbearbeitung und Öffentlichkeitsarbeit erst im Februar 2015 erfolgen. Ein weiteres Zusammenrücken der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Verwaltungsdienstgebäude ist hinsichtlich einer geordneten Aufgabenerledigung derzeit nicht mehr möglich. Auch die Stelle Öffentlichkeitsarbeit hat in der Verwaltungsgliederung noch keine Berücksichtigung gefunden", heißt es in der Vorlage vom Hauptamtsleiter Malte Schaarmann. Wenn also wieder genug Platz ist, sollen die Stellen besetzt werden. Die Stelle der Öffentlichkeitsarbeit übrigens erst einmal wieder als Stabsstelle, also direkt Bürgermeister Tassilo von Bary unterstellt.

Das wollen die Freien Bürger für Bad Oldesloe (FBO) auf keinen Fall. "Wir wollen nicht, dass die Stelle direkt dem Bürgermeister zugeordnet wird, auch nicht übergangsweise. Wir wollen keinen persönlichen Redenschreiber sondern etwas für die Stadt als Ganzes erreichen", betont die Frakionsvorsitzende Patricia Rohde. "Ich bin wirklich sprachlos darüber, dass die Verwaltung sich nicht bemüht, das beschlossene Personal möglichst schnell zur Entlastung zu holen."

Auch Horst Möller, Fraktionschef der CDU, ist nicht besonders glücklich. Beide Positionen seien wichtig, seien Sahnehäubchen für die Stadt. "Die Vereine kommen mit immer neuen Forderungen, das ist kaum zu leisten. Und auch die Öffentlichkeitsarbeit ist erforderlich." Er sieht aber nicht nur die räumliche Situation, die die Verwaltung anführt, sondern gibt auch zu Bedenken, dass - bedingt durch die jüngsten politischen Beschlüsse – jetzt erst einmal der Klimaschutzmanager ausgeschrieben werden müsse. "Der kam jetzt dazwischen und läuft vorrangig." Fakt sei aber auch, dass es für die viele Arbeit nur eine begrenzte Zahl an Mitarbeitern gebe. Und auch die Ausschreibungsverfahren hätten sich geändert. "Heute brauchen sie eine Stellenbeschreibung bis ins kleinste Detail", dann kämen 100 bis 200 Bewerbungen, davon müssten zehn rausgesucht werden, die eingeladen werden könnten. "Früher bat man zwei bis drei Leute zu Gespräch, heute sind es zehn, das ist unheimlich zeitaufwändig." In der Personalabteilung "können wir nicht aufstocken, weil wir überall woanders aufstocken".

Der sich gründende Stadtmarketingverein - das erste Treffen mit Bürgern, Vereinen, Verbänden und Unternehmen ist am Dienstag in der Festhalle - könne die Öffentlichkeitsarbeit für Bad Oldesloe nicht übernehmen. "Der Verein soll das nicht übernehmen", betont Möller und bekommt Unterstützung von Wilfried Janson, dem Fraktionschef der Grünen. "Es sind so viele verschiedene Aufgaben aus der Verwaltung heraus zu erledigen, der Stadtmarketingverein wird das nicht abdecken können." Janson kann damit leben, dass ich die Stellenbesetzung verzögert: "Wenn die Räumlichkeiten jetzt nicht da sind, geht es eben nicht."