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Pressespiegel

22Feb

Stormarner Tageblatt vom 22. Februar 2014

Alles gar nicht so schlimm. Keine persönlichen Spannungen – nur unterschiedliche Meinungen zwischen Pötzsch und von Bary

Bürgermeister Tassilo von Bary

Bad Oldesloe Das städtische Ladenflächenmanagement mit Stefan Pötzsch und die Stadtverwaltung - da schien in jüngster Zeit nicht unbedingt alles im gemeinsamen Umgang miteinander rund zu laufen. Zukünftiger Verbleib der Postbank, Vergabe eines Verträglichkeitsgutachtens, Ansiedlung eines Bio-Discounters, da wurden unterschiedliche Positionen kommuniziert (wir berichteten). Die Oldesloer SPD-Fraktion hatte den Eindruck, dass es "Kommunikationsprobleme zwischen Verwaltung und Ladenflächenmanagement gibt". Das wollte sie im Hauptausschuss diskutiert haben. Doch dazu kam es eigentlich gar nicht, denn Tassilo von Bary und Stefan Pötzsch präsentierten sich fast als ein Herz und eine Seele.

Konkret sieht der Verwaltungs-Chef in Sachen Postbank keine Unstimmigkeiten. Es haben sich schlicht um "verschiedene Arbeitsbereiche" gehandelt. Gebracht hat es nichts: Die Postbank wird weder einen Container auf dem städtischen Grundstück aufstellen, noch in die Schützenstraße ziehen. "Ich weiß bis heute nicht, wo die Postbank hin will", teilte von Bary mit.

Auch die Frage, ob es nicht sinnvoll gewesen wäre, den städtischen Ladenflächenmanager mit einem Gutachten zu den Auswirkungen des auf dem Postgelände geplanten Einkaufszenters tat der Bürgermeister leicht ab: "Herr Pötzsch ist in einer andere Funktion hier." Außerdem wäre sein Gutachten deutlich teurer geworden.

Stefan Pötzsch räumte immerhin ein: "Ja, es gibt Meinungsverschiedenheiten." Seine Expertenmeinung könne, müsse aber nicht herangezogen werden. Die Entscheidung hätten letztlich ohnehin die Politiker zu treffen. "Andere Meinungen sind von mir zu akzeptieren", so Pötzsch: "Ich kann Hilfe zur Selbsthilfe geben, aber nur wenn gewünscht."

Immerhin hat es zwischen dem Ladenflächenmamanger, Mitarbeitern des Bauamts und Gutachterin Catharina Staiger jetzt ein Gespräch gegeben. "Es wurden bau- und verfahrensrechtliche Fragen geklärt", sagte von Bary gestern: "Alle sind sich einig, dass ein Ausschluss ohne städtebauliche Begründung nicht möglich ist." Stefan Pötzsch ist nach der Aussprache nicht so pessimistisch: "Das Gutachten ist nicht gerichtsfest und muss nachgebessert werden. Das hat Frau Staiger eingeräumt." Auch sei der zentrale Versorgungsbereich für die Stadt viel zu groß. "Der innerstädtische Einzelhandel steht auf wackeligen Füßen", warnte Pötzsch. Einige Läden könnte ein bestimmtes Sortiment im neuen Fachmarktcenter die Existenz kosten.

Dass Investor Jürgen Weber von sich aus auf den Bio-Discounter verzichtet und einen anderen Mieter wählt, hält Bürgermeister von Bary für unwahrscheinlich: "Der hat entsprechende Vorverträge und müsste da auch erst mal rauskommen."

Die Sondersitzung des Oldesloer Bauausschusses am Donnerstag, 27. März, verspricht, spannend zu werden. Andreas Olbertz