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Pressespiegel

19Feb

Lübecker Nachrichten vom 19. Februar 2014

Oldesloe ist wieder Bad. Nach ihrer acht Millionen Euro teuren Sanierung ist die Schwimmhalle seit gestern geöffnet.

Blick ins Travebad

Nach zweieinhalb Jahren herrscht wieder Betrieb im großen Becken. Nur der Drei-Meter-Turm blieb noch gesperrt. Fotos: Michael Thormählen

Von Michael Thormählen

Bad Oldesloe - Am3. Juli 2011 hatten sich die Tore des alten Oldesloer Hallenbades geschlossen, seit gestern sind Sport und Spaß im fast komplett sanierten Travebad wieder garantiert. "Schon um 5.40 Uhrstanden die ersten Gäste vor der Tür", sagte Betriebsleiterin Marion Arpe. Jörg Lübben passierte als einer der ersten Besucher den schmucken Eingangsbereich, und kurz nach 6 Uhr stieg er dann als erster in das 29 Grad warme Wasser des großen Schwimmerbeckens.

Dem Frühschwimmer hat es gefallen - ebenso wie den Schülern der Klassen 4 a und 4 b der Klaus-Groth-Schule. Unter Aufsicht von Rektorin Meike Harder drehten die Jungen und Mädchen ihre Runden im 25-Meter-Becken, einige nutzten auch den Bereich für die Nichtschwimmer - kein Wunder, denn in den zweieinhalb schwimmbadfreien Jahren fiel der Unterricht in diesem Fach an allen Oldesloer Schulen aus. "Die Sanierung ist aber sehr schön geworden", stellte Meike Harder fest. Neben Schwimmer- und Nichtschwimmerbereichen gibt es ein Kursbecken, ein Babybecken sowie eine Sauna.

Von "einer schmerzlichen Erfahrung" für viele Oldesloer sprach auch Stadtwerke-Leiter Jürgen Fahl während der offiziellen Eröffnung. Es gebe mittlerweile etliche Fünf- bis Siebenjährige, die nicht schwimmen lernen konnten. Er erinnerte an die lange Bau- und Sanierungszeit, in deren Verlauf es zahlreiche Probleme gegeben habe. "Wir hatten etwa 40 Planungssitzungen und mussten unter anderem feststellen, dass auch das alte Blechdach völlig marode war", sagte Jürgen Fahl. Auch große Teile der Dämmung seien mit Schadstoffen belastet gewesen.

Der Stadtwerke-Leiter wies auf die Auseinandersetzung mit der für den Rohbau beauftragten Firma hin, in deren Verlauf die Stadt den Vertrag gekündigt habe. Die Folge sei ein Gerichtsverfahren. Doch das Ergebnis der umfassenden Sanierung "kann sich sehenlassen", stellte Jürgen Fahl fest. Davon zeigte sich auch Bürgerworthalter Rainer Fehrmann überzeugt, der nach einem Sprung von einem Startblock die Wasserqualität getestet und für gut befunden hatte: "Das ist ein herrliches Badevergnügen. Das Wasser ist weich, und wir können uns über das schnuckelige Travebad freuen. Den Oldesloern ist die Freude am Schwimmen wiedergegeben." Er wies auf erhebliche Einschränkungen für Bürger und Vereine in der Vergangenheit hin und erinnerte an den Bürgerentscheid, bei dem sich 2006 eine Mehrheit für ein kommunales Bad ausgesprochen habe.

Dem Bürgerworthalter war auch aufgefallen, dass der Chlorgehalt im Wasser im Vergleich zu früher deutlich geringer geworden sei. Das hat seinen Grund: Die im Keller installierte Filter- und Lüftungstechnik wurde vollständig erneuert. Per Computer wird jetzt der Säuregehalt des Badewasser ständig kontrolliert und gegebenenfalls der Chloranteil erhöht. Auch die Brandmelder- und Sicherheitstechnik, so Stadtwerke-Leiter Jürgen Fahl, entspreche den aktuellen Anforderungen.

Doch auch trotz der mehr als acht Millionen Euro teuren Sanierung ist es offenbar nicht gelungen, das große Schwimmbecken vollständig abzudichten - und so tropft es es munter weiter im Keller. Immerhin befindet sich in der Nähe der Leckage ein kleiner Auffangbehälter- und die Schwimmer brauchen auch keine Angst zu haben, bald auf dem Trockenen zu sitzen, denn Wasser wird ständig nachgefüllt.

Bürgermeister Tassilo von Bary zollte Stadtwerke-Leiter Jürgen Fahl großes Lob dafür, dass er diese schwierige Aufgabe gepackt habe. Der Bürgermeister wies außerdem darauf hin, dass der Behindertenbeirat die Sanierung wegen der Barrierefreiheit des Gebäudes begrüße. Dann zischten am Montag Abend Raketen in den Himmel. Die Stadtwerke hatten ein Feuerwerk spendiert.

Therapie statt Bistro

Vier Euro Eintritt zahlen Erwachsene, die Kombination mit einem Saunabesuch kostet neun Euro. Kinder sind mit zwei Euro dabei. Die Preise wurden nicht erhöht. Geboten werden Kombinationen mit einem Rabattsystem. Geöffnet ist das Travebad dienstags, mittwochs und freitags von 6 bis 8 sowie 13 bis 21 Uhr, donnerstags von 6 bis 8 und 13 bis 18 Uhr, sonnabends von 13 bis 21 sowie sonntags von 9 bis 18 Uhr. Die Sauna ist montags, mittwochs, freitags und sonnabends von 13 bis 20.30 Uhr, donnerstags von 13 bis 17.30 Uhr und sonntags von 10 bis 17.30 Uhr geöffnet. Ein Bistro gibt es nicht mehr. Hier arbeitet bald ein Physiotherapeut.