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Pressespiegel

21Feb

Stormarner Tageblatt vom 21. Februar 2014

KuB wird eine halbe Million teurer. Baukosten steigen bereits vor Ausschreibungen auf 8,8 Millionen Euro / Baustelleneinrichtung steht unmittelbar bevor.

Baufeldfreimachung: Mit einem Bagger werden Büsche und Bäume zwischen Rathaus und Amtsgerich weggerissen.

Bad Oldesloe Das fängt ja gut an: Der Umbau des ehemaligen Amtsgerichts zum Kultur- und Bildungszentrum (KuB) hat noch gar nicht richtig begonnen, da steigen die Baukosten auch schon um fast eine halbe Million Euro. Und das, darauf stimmte Kämmerin Mandy Treetzen schon mal ein, sei unter Umständen noch nicht das Ende der Fahnenstange.

Konkrete Kosten liegen noch nicht vor. Wie Mandy Treetzen ausführte, befinde man sich immer noch auf der "Planungsebene", erste Ausschreibungsergebnisse werden im April erwartet. "Da sind Steigerungen nicht ausgeschlossen", warnte die Finanzexpertin. Theoretisch könnten die Angebote allerdings auch niedriger ausfallen als erwartet.

Wenn das KuB mit seinem neuen Multifunktionssaal zwischen Amtsgericht und altem Rathaus erst mal steht, sollen dort auch die Stadtverordneten tagen. Dafür muss die Bestuhlung um 90 Grad gedreht werden. Eigentlich kein Problem. Hinter Redner und Präsidium soll allerdings eine Leinwand hängen. Die wiederum verlangt nach einer angepassten Belüftung - und schon summieren sich die Mehrkosten. Statt Kabelschächte im Boden zu verlegen, soll es jetzt gleich ein "Hohlboden für maximal flexible Medieninstallationen" werden, IT-Verkabelung, Lautsprecher und Verstärker - satte 60 000 Euro zusätzlich.

Die alten Gerichtssäle sollen zukünftig multifunktional nutzbar sein. Damit die VHS dort beispielsweise auch Gymnastik- oder Aerobickurse stattfinden lassen kann, müssen Lüftungs- und Schallschutztechnik aufgerüstet werden. Schon sind weitere knapp 65 000 Euro weg. Zusammen mit Brandschutztüren, LED- statt Halogenbeleuchtung und einem Fenstertausch läppern sich die Mehrkosten in dem Bereich auf 160 000 Euro. Um weitere 138 000 Euro steigen die Kosten für Ingenieure, Gutachter und Fachplaner. Zusammen mit einigem Kleinkram kommen 450 000 Euro zusammen. Seitens der Stadt geht man davon aus, dass auch dafür Zuschüsse fließen werden, sodass bei der Stadt voraussichtlich "nur" die Hälfte der Mehrkosten hängen bleibt.

Den Ex-FBOler Wolfgang Schmidt ärgerte das sichtlich. "Wir hatten einen Steuereinbruch, Haushaltssperre, konnten die Weihnachtsbeleuchtung fast nicht bezahlen und das Wasser hier sollte abgeschafft werden - aber jetzt wird mal eben eine halbe Million durchgewunken", kritisierte der fraktionslose Politiker. Im Obdachlosenwesen sei dann wieder kein Geld da.

Hinrich Stange (FDP) legte seinen Finger auf den wunden Punkt. "Das sind doch alles Anforderungen, die bekannt gewesen sein müssten", bemängelte er: "Haben wir weitere, die erst noch auf den Tisch kommen?"

Für die FBO stellte Matthias Schröder den Antrag, die Baukosten zu deckeln. "Damit wir nicht allen Kosten Tür und Tor öffnen", argumentierte er. Außerdem soll ein Sonderausschuss eingerichtet werden um "Kostentransparenz und Planungssicherheit" herzustellen.

Die Forderungen stießen auf wenig Gegenliebe. "Wir sollten die Kosten auf 15 Millionen Euro deckeln. Dann haben wir Ruhe", regte Horst Möller (CDU) im Scherz an, um dann ernsthaft zu ergänzen: "Wer eine Kostendeckelung fordert, muss auch sagen, was dann rausfliegen soll." Eine Abstimmung über den FBO-Antrag wurde wegen Beratungsbedarfs in der SPD-Fraktion vertagt.

Die Mehrausgaben wurden einstimmig, bei nur einer Enthaltung, durchgewunken. Damit stehen die Baukosten momentan bei knapp 8,8 Millionen Euro. Andreas Olbertz