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Pressespiegel

13Feb

Lübecker Nachrichten vom 13. Februar 2014

Gute Aussichten für die Bewohner des Stoltenrieden. Bürgerprotest zeigt Wirkung: Mitglieder des Oldesloer Bauausschusses beschließen neue B-Plan-Variante, die weniger Probleme bereitet.

Bad Oldesloe - Die Wende kam Montagabend kurz vor Mitternacht: Die Anwohner des Stoltenrieden 18 bis 18 b können weiterhin ins Grüne schauen und brauchen keine Verschattung ihrer Eigentumswohnungen und damit einen Wertverlust zu befürchten. Denn die Mitglieder des Bauausschusses beschlossen eine völlig neue Variante für den B-Plan 110.

Demnach kann der Investor, dessen bisherige Planungen ein fünfgeschossiges Gebäude plus Staffel sowie im Anbau ein dreigeschossiges plus Staffel vorsahen, so nicht mehrbauen. Er darf an dem fünfgeschossigen Gebäude festhalten, muss aber auf den Anbau verzichten. Stattdessen, so beschlossen es die Ausschussmitglieder, könne er noch einen sogenannten Solitär erstellen - ein dreigeschossiges Mehrfamilienhaus, das völlig alleine steht.

Für diese Entscheidung gab es Applaus von den Anwohnern. Ob diese Variante allerdings dem Investor schmeckt, der Unternehmensgruppe Djabbari Real Invest, bleibt abzuwarten. 2011 hatte Amir Djabbari das letzte der vier Stoltenrieden- Hochhäuser ersteigert. Dieses Gebäude steht seit vielen Jahren leer. Planer Ernst Wessels vom Planungsbüro Prokom erstellt jetzt erst einmal eine neue Zeichnung.

Die Bedenken der Anwohner wurden von der Politik also durchaus Ernst genommen. Vielleicht auch, weil sie, das verkündete deren Sprecher Manfred Lieder, "auch einen Fachanwalt einsetzen würden. Wir werden nicht anders können". Es ging aber auch noch um mehr. "Eine so große Nachverdichtung sehe ich sehr kritisch, gerade was die Verkehrs- und Wohnsituation angeht", erklärte Hans-Herrmann Roden (SPD). Das könne das Gebiet nicht verkraften. Schon jetzt, das betonte Halina Walz, Anwohnerin im Stoltenrieden, gebe es überhaupt keine Parkplätze mehr.

Uwe Rädisch (CDU) betonte, dass die Stadt keine Hochhäuser mehrwolle. Das war in der Vergangenheit immer der Vorschlag der Anwohner, die damit wenigstens ihren Status Quo halten wollten, schließlich steht das vierte Haus direkt vor ihrer Nase. "Eine ideale Wohnform ist das aber nicht", unterstrich der Oldesloer Politiker. Ausschussvorsitzende Maria Herrman (SPD) sprach vom provozierten Leerstand des Hauses. Was die Bauamtsleiterin Karin John nicht gelten ließ. "Der Investor lässt es leerstehen, weil er investieren will", erklärte sie. Etwaige Mieter würde er sonst nicht rausbekommen.

Der neue Beschluss der Politik bedeutet für Djabbari letztlich keine Verschlechterung. Die Anzahl der Wohnungen würde gleich bleiben - nur nicht in einem Block, sondern mit einem Solitär. kks