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Pressespiegel

08Feb

Lübecker Nachrichten vom 8. Februar 2014

Oldesloer Obdachlosenunterkunft wird saniert. Politik setzt sich nach nichtöffentlicher Begehung für den Erhalt des Gebäudes in der Lübecker Straße ein.

Ondachlosenunterkunft in der Lübecker Straße

Das Haus in der Lübecker Straße ist marode und soll saniert werden. 72 Personen leben in 16 Notunterkünften der Stadt. Foto: kks

Bad Oldesloe - Da waren sich tatsächlich alle einmal einig: Die Obdachlosenunterkunft in der Lübecker Straße in Bad Oldesloe soll nicht aufgegeben, sondern saniert werden. Ein entsprechender Antrag der SPD wurde jetzt im Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss (BSKA) einstimmig verabschiedet.

Gleichzeitig plädierten die Grünen dafür zu prüfen, welche der leerstehenden Immobilien in städtischem Besitz als Unterkünfte für Obdachlose geeignet wären. Die Grünen denken dabei auch an das Gebäude neben dem Hallenbad, in dem früher eine Krankengymnastikpraxis betrieben wurde.

Die Verwaltung ermittelt jetzt die Kosten für die Sanierung des alten Hauses in der Lübecker Straße. Sie rechnet aber, so Bürgermeister Tassilovon Bary, bei einer kompletten Sanierung mit einem siebenstelligen Betrag. "Das ist wirtschaftlich nicht zu verantworten."

"Warum wollen Sie dieses Gebäude aufgeben, obwohl Sie im Konzept und in der Vorlage dem Gebäude eine herausragende Bedeutung zusprechen", fragte Torben Klöhn (SPD), der zusammen mit anderen Ausschussmitgliedern am Tag vor der BSKA-Sitzung das Gebäudes besichtigt hat. Die Verwaltung habe den Zustand des Hauses, in dem auch das Büro der Sozialarbeiterin Beatrice Schmidt untergebracht ist, selbst zu verantworten. "Es ist ein Sanierungsstau entstanden", sagte Klöhn. Der Vorschlag der Verwaltung, das Gebäude aufzugeben, ist "nicht tragbar, da dieser Vorschlag auf Kosten der Bewohner sowie der Obdachlosenbetreuung überhaupt geht". An den Menschen dürfe nicht gespart werden. "Wir wollen das Gebäude unbedingt erhalten", so Klöhn.

Tassilo von Bary betonte, dass das Gebäude auch aufgegeben werden sollte, um eine "Stigmatisierung" der Bewohner zu vermeiden. Ihm schwebt eine dezentrale Unterbringung vor. Gudrun Möllnitz (CDU) hegt den Verdacht, dass das Gebäude leergewohnt werden solle, damit "dort der Kreisel gebaut werden kann". Das wies der Bürgemeister von sich. Die Politikerin bezweifelte gleichzeitig die hohen Sanierungskosten. "Wir wollen die Grundsanierung."

Der Bürgermeister stand wegen der Begehung der Obdachlosenunterkunft in der Kritik, denn es waren keine Bewohner da, als der Ausschuss kam. "Sind die Bewohner gebeten worden zu gehen", wollte Hajo Krage (SPD) wissen. "Das sind keine Affen im Zoo", erklärte von Bary, der empfohlen hatte, dass die Bewohner nicht anwesend sein sollten, wenn die Ausschussmitglieder kämen. "Man kann das Gebäude begehen, aber nicht Menschen begutachten." Das soll künftig anders geregelt werden. "Die Menschen sollten das selbst entscheiden, wir hätten gerne mit ihnen gesprochen", so Krage. K. Kuhlmann-Schultz