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Pressespiegel

04Feb

Lübecker Nachrichten vom 4. Februar 2014

E-Mail gegen neuen Biomarkt sorgt für Aufregung. Mitglieder des Oldesloer Bau- und Planungsausschusses müssen am Montag die Chancen und Risiken einer Ansiedlung abwägen.

Bad Oldesloe - Eine E-Mail geht in Bad Oldesloe um. Sie macht gegen den Bio-Supermarkt im Trave-Arkaden Stimmung. Der Unternehmensleitung wird nahegelegt, dort nicht einzuziehen.

Die Inhaber der Läden mit gleichartigem Sortiment in der City betonen, dass sie die Mail nicht verfasst und den so genannten Shit-Storm nicht ausgelöst haben. "Wir sehen es schon als Bedrohung an, wenn in unserer Nähe ein großer Bio-Supermarkt entsteht", sagt Sandra Lübcke vom Reformhaus. Für sie sei entscheidend, dass die Existenz des Reformhauses in Frage gestellt sei, wenn es immer mehr Geschäfte mit Biowaren gebe. "Schließlich haben wir unseren ganzen Mut aufgebracht und investiert, als immer mehr Geschäfte zugemacht haben. Wir sind für die nächsten Jahre verschuldet", sagt Sandra Lübecke.

Sie und ihre Partnerin haben sich mit der Inhaberin von Lehmanns Bioladen in der Hagenstraße zusammengetan und ein Gutachten in Auftrag gegeben, um zu klären, wie viel "Bio" die Stadt verträgt. Darin heißt es, dass nicht nur der Supermarkt, sondern auch die bald neu eröffnenden Drogeriemärkte DM, Rossmann und Budnikowsky mit Bioabteilungen aufwarten. Da die Einzelhändler den Discount-Ketten preislich unterlegen seien, wirke sich dies negativ aus. Der Verfasser der E-Mail, Wolfgang Bartolain, ist derselben Auffassung. "Ich habe als Verbraucher kein anderes Mittel , um meine Meinung kundzutun und dem Unternehmer schon jetzt mitzuteilen, dass ich bei ihm nicht kaufen werde", sagt er. Schließlich seien Inhabergeschäfte die Seele einer Stadt. Sie gelte es zu unterstützen.

"Das Thema sollte sachlich behandelt werden", sagt CDU-Fraktionschef Horst Möller. Auch ihm ist die Mail in die Hände gefallen. Er hält sie für eine Verunglimpfung einer bestimmten Firma. Damit könne er sich nicht identifizieren. Letztlich gehe es darum, welches Sortiment der Innenstadt zuträglich sei, da dürfe das konkrete Unternehmen keine Rolle spielen.Nach seinem Kenntnisstand habe die Stadt eine Verträglichkeitsstudie verfassen lassen, deren Ergebnis er nicht kenne.

SPD-Fraktionschefin Maria Herrmann erklärt, dass sie den Inhalt der E-Mail - ganz privat betrachtet - befürwortet, "weil ich grundsätzlich ein Herz für Bürgerinitiativen habe". Was sie als Privatperson denke, müsse aber von ihrem politischen Amt getrennt werden. Die Stadt sei jetzt in einer Phase, da die Bedenken gegen die Ansiedlung eines weiteren Biomarktes abgewogen werden müssen, räumt sie ein. Als Leiterin des Bau- und Planungsausschusses werde sie die Debatte am Montag sehr wohl sachlich moderieren.

Behandelt werden etwa die Stellungnahmen, die die Träger öffentlicher Belange zu den Trave-Arkadenabgegeben haben. Unter anderem hat sich das schleswig-holsteinische Innenministerium zu Wort gemeldet. Es weist auf "negative Auswirkungen auf das Standortgefüge und Verdrängungseffekte für bestimmte Standortbereiche in der Innenstadt insbesondere der Fußgängerzone" hin und rät, die Sortimente genau zu definieren.

Friedrich-Karl Kümmel von den Freien Bürgern für Bad Oldesloe (FBO) ist unschlüssig: "Wir haben Riesenprobleme mit der Belebung der City. Es besteht die Gefahr, dass wir sie noch mehr entleeren", betont er. Andererseits sei es aber wohl zu spät für einen Kurswechseln. Die Verträge seien schon unter Dach und Fach. "Wir werden auf jeden Fall in der Fraktion darüber noch diskutieren", erklärt Kümmel. Dorothea von Dahlen

Bau- und Planungsausschuss am 10. Februar um 19 Uhr im Stadthaus.