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Pressespiegel

29Jan

Lübecker Nachrichten vom 29. Januar 2014

Ist Bad Oldesloe nicht grün genug? SPD und Grüne setzen Baumschutzsatzung durch. Uwe Rädisch (CDU) spricht von „Ökodiktatur“.

Luftbild Bad Oldesloe

Von oben zeigt sich Bad Oldesloe grün. Nach Meinung von SPD und Grünen ist eine Baumschutzsatzung trotzdem dringend erforderlich. Bäume stellten demnach Zeitdokumente dar, die als Elemente der historischen Kulturlandschaft geschützt werden können. Foto:Jürgen Adamek

Von Kerstin Kuhlmann-Schultz Bad Oldesloe - In den Oldesloer Ausschüssen hatte es nicht geklappt, auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung hatten Grüne und SPD jetzt aber die Mehrheit- bei 13 Ja-, 11 Nein-Stimmen und einer Enthaltung - ,um die umstrittene Baumschutzsatzung durchzusetzen. Die Verwaltung wurde jetzt beauftragt, eine Satzung auf Grundlage des Baumkatasters zu erarbeiten. Dabei, so Bürgermeister Tassilo von Bary "haben wir dafür gar keine Haushaltsmittel". Errechnet mit Kosten in Höhe von 50 bis 60 000 Euro für die Umsetzung.

Für Uwe Rädisch (CDU) war das pure "Ökodiktatur", was Grüne und SPD auf den Tisch legen. "Es ist eine klare Bevormundung des Bürgers. Aber der muss doch die Möglichkeit haben, seinen Garten so zu gestalten, wie er es möchte."Rädisch war in Rage: "Ein Garten ist kein Wald." Er erinnerte daran, das Bad Oldesloe schon einmal eine Baumschutzsatzung hatte, die die Stadt 2004 aufhob. "Seit Aufhebung der Baumschutzsatzung ist Bad Oldesloe nicht weniger grün geworden", so Rädisch, der erst im vergangenen Jahr eine Ballonfahrt über den Ort gemacht hat. Von oben konnte er sehen: "Es gibt soviel Grün und Artenvielfalt, was wollen wir hier noch mehr schützen?"

Das lassen Grüne und SPD so nicht stehen. Michaela Dämmrich (Grüne) zählte abgeholzte Bäume auf wie Ahorn, Blutbuche, Mammutbaum oder Bergahorn – schützenswerte Bäume, die in Bad Oldesloe jetzt fehlen würden. Dabei, und das ist einer der Ansätze für die Satzung auf Grundlage eines Schutzkatasters, gehe es gerade darum, den Lebensraum der Bäume zu schützen. "Wir machen nicht aus Spaß so eine Satzung", unterstrich sie. "Es kann nicht angehen, dass jeder jeden Baum in seinem Gartenfällen kann."

"Die nachhaltige Sicherung dieser Lebenräume und die Entwicklung einer ausgewogenen Durchgrünung des Siedlungsraumes bedürfen ganzheitlicher Ansätze und sind somit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe", begründeten Grüne und SPD das Schutzkataster." Alle schützenswerten Bäume werden in diesem Kataster erfasst", erklärte Wilfried Janson, Fraktionschef der Grünen. "Wir wollen dem Bürger mitteilen, dass er einen schützenswerten Baum hat. Es ist ein dialoggesteuerter Prozess, dadurch wird die Akzeptanz bei der Bevölkerung höher." Denn alte Bäume, so der Antragsinhalt, stellten Zeitdokumente dar, die als Naturdenkmale, als Denkmalbäume oder als Elemente der historischen Kulturlandschaft geschützt werden können. Der sorgsame Umgang mit Bäumen unterliege aufgrund der Langlebigkeit von Bäumen einem Generationenvertrag; das hieße, jede Generation leiste hier Arbeit für kommende Generationen. Was das für den Bürger bedeutet und welche Konsequenzen vielleicht auch finanzieller Art es hat, wenn er einen schützenswerten Baum auf seinem Grundstück hat, ließen Grüne und SPD offen.

Hans Jochim Stolten (CDU) sah keinen Sinn in der Kartierung. "Wir haben 2004 die Satzung abgeschafft, weil wir mit den Bürgern einig waren, dass nicht leichtfertig gehandelt wird", erklärte er. In Bad Oldesloe werde nicht verantwortungslos gesägt. Und "ortsbildprägende Bäume sind schon heute geschützt." Die Satzung sei ein "Eingriff in die Rechte der Bürger" .Das weisen Grüne und SPD weit von sich. "Es geht nicht darum, jemanden zu bevormunden", so die Fraktionschefin der SPD, Maria Herrmann. "Wir wollen als Stadt Vorbild sein und unsere Bäume schützen. Wenn jemand nicht möchte, dass jemand sein Grundstück betritt, dann werden wir nicht auf dieses Grundstück gehen", versprach sie. "Es geht um das Werben für den Baumschutz. "Das nahm ihr Patricia Rohde, Freie Bürger für Bad Oldesloe (FBO), nicht ab: "Das meinen Sie nicht ernst, dass die Bäume freiwillig  angemeldet werden", so Rohde.

 

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