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Pressespiegel

18Jan

Stormarner Tageblatt vom 18. Januar 2014

Stormarner Wochenschau

www.wiedenroth-karikatur.de

Niemand hat die Absicht, das zu tun

Schnittchen-Frage Aller guten Dinge sind drei? Nach dem misslungenen Auftakt städtischer Neujahrsempfänge im vergangenen Jahr hat Bad Oldesloe 2014 ziemlich alles richtig gemacht. Die Reden waren kurz, die Schnittchen reichlich, und die Getränke nicht nur süß oder wässrig - zweite Chance also genutzt. Sonst wäre im nächsten Jahr auch vermutlich keiner mehr gekommen und das Experiment sang- und klanglos beerdigt worden. So liegt der Ball jetzt bei den Grünen und der SPD, die auf ihre eigenen Empfängen beharren. Zugegeben, die Grünen waren immer die Lustigsten und Kreativsten, aber die Frage, wie viele Neujahrsempfänge eine Stadt wirklich braucht, wartet immer noch auf eine Antwort.

Schutzwall "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten." Na gut, das hat der Ahrensburger Kirchengemeinderat wirklich nicht gesagt. Aber man habe eben nicht anders gekonnt. Wenn Versicherungsexperten und Juristen eindringlich vor "Haftbarmachung" warnen und die Verkehrssicherung zur obersten kirchlichen Pflicht wird, dann muss man auch einen Zaun um die Johanniskirche bauen. Ist das wirklich so oder sind die kirchlichen Juristen einfach nur übervorsichtig? Dass man nicht für jede denkbare Möglichkeit eines Schadens vorsorgen muss, bestätigt sogar der Bundesgerichtshof. Und ginge von der Johanniskirche weniger "Gefahr" aus, wenn sie nicht geschlossen wäre? Natürlich ist es schön, auf der sicheren Seite zu sein, und schwierig, sich über juristische Bedenken hinwegzusetzen, aber der Preis, den die Kirchengemeinde zahlt, ist hoch. Nicht für den Zaun, aber für weiteren Vertrauensverlust. Da hätte man sich etwas mehr Mut und etwas mehr Gottvertrauen gewünscht, bevor ein so "antiketzerischer Schutzwall" gebaut wird, wie es unserer Karikaturist sieht.

Melk-Kuh "Nun müssen den Worten noch Taten folgen", sagte Sieks Amtsvorsteher Olaf Beber nach dem Treffen mit Andreas Breitner. Im Gespräch mit kommunalen Vertretern aus Südstormarn hatte sich der Innenminister ungewohnt versöhnlich gegeben, Man habe das Problem verstanden und werde an der Systematik im kommunalen Finanzausgleich arbeiten, versprach er und stimmte auch der bayrischen Position zu: Es kann nicht sein, dass diejenigen, die Geld aus dem Topf erhalten, damit Dinge finanzieren, die sich die, die in den Topf einzahlen, nicht leisten können. Bei den ersten Runden zur geplanten Gesetzesreform in Stormarn hatte Breitner dieses Mitgefühl für den angeblich so reichen Kreis Stormarn vermissen lassen, seinen Gesetzesentwurf danach sogar noch verschärft. Mal sehen, ob Kiel verstanden hat, dass man die Kuh, die man melken möchte, nicht auch noch darben lassen darf. Vor konkreten Zusagen hatte sich Breitner trotz der versöhnlichen Töne nämlich gedrückt.

Suppenküche Ein Stück weit ist das vermutlich normal und übliches Geschäftsgebaren: Da wähnt sich einer in einer guten Position und fordert munter. Der Gegenüber findet das naturgemäß unverschämt und die Summe viel zu hoch. Im Fall der Entmietung des Postgebäudes an der Lübecker Straße wird verhandelt werden, da wird der Tonfall vielleicht auch mal etwas rauher - das ist mit Sicherheit nervenaufreibend aber vermutlich muss das so sein, bevor es zu einer Einigung kommt. Gänzlich unverständlich ist aber, welche Rolle Ladenflächenmanager Stefan Pötzsch bei einer so wichtigen Angelegenheit wie den geplanten Trave Arkaden zugedacht ist. Der Mann arbeitet im Auftrag der Stadt, da muss man ihn doch einbinden und seinen Sachverstand nutzen oder klare Ansagen machen. Darum hat die Stadt ihn, dafür wird er bezahlt. Dass Ladenflächenmanager Pötzsch aber eine Vermietung des ehemaligen Aldis an die Postbank anleiert, während die Verwaltung an einer Containerlösung bastelt, ist bestenfalls eine Verschwendung von Ressourcen. Es drängt sich aber eher der Eindruck auf, dass die Verwaltung Stefan Pötzsch aufs Abstellgleis manövriert hat. Schade um das schöne Geld und ein fatales Signal für die Entwicklung der Innenstadt. Was grade aufgebaut worden war, wird nämlich wieder umgerissen. Ob der Markt Fluch oder Segen wird, muss sich ohnehin erst zeigen.

Rolf Blase, Andreas Olbertz