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Pressespiegel

24Jan

Stormarner Tageblatt vom 24. Januar 2014

Im April geht’s los. Amtsgericht-Umbau liegt im Zeitplan, aber die Kosten steigen schon vor Baubeginn

Altes Amtsgericht und Historisches Rathaus.

Bad Oldesloe

Beim Umbau des Amtsgerichts zum Kultur- und Bildungszentrum (KuB) ist noch nicht ein Stein gesetzt worden, doch die Kosten steigen schon. Das kündigte Kämmerin Mandy Treetzen jetzt im Hauptausschuss an. An der nächsten Hauptausschusssitzung im Februar werden der Architekt und der Planer für die technische Gebäudeausstattung teilnehmen. "Wir werden uns über erste Mehrkosten unterhalten müssen", sagte die Finanzexpertin. Ohne ins Detail zu gehen, erklärte sie, dass das mit der LED-Beleuchtung zusammen hänge, sowie einer automatischen Lüftungsanlage, die in einem Raum zusätzlich benötigt werde. "Alles andere hätte uns auch irritiert", kommentierte Vorsitzende Angela Fehrmann (CDU) diese Entwicklung.

Ihr Parteikollege Uwe Rädisch wollte das allerdings nicht einfach so hinnehmen. "Ich habe unsere Schwimmhalle im Ohr, da geht es drunter und drüber", kritisierte er: "Da haben wir uns alles andere als professionell verhalten." Er forderte "mehr Akkuratesse" und verlangte einen Bauzeitenplan. Den haben die Ausschussmitglieder allerdings längst.

Den Vorwurf wollte Bürgermeister Tassilo von Bary nicht so einfach auf sich sitzen lassen. Man müsse mal hinterfragen "was unsere Vorväter an der Schwimmhalle verbrochen haben". Wenn krebserregende Stoffe gefunden werden, Fundamente nicht den Vorschriften entsprächen oder eine Firma kurzerhand die Brocken hinschmeiße könne das nicht der Stadt angelastet werden. Doch das stellte Rädisch, der in der Baubranche tätig ist, nicht zufrieden. Es gebe durchaus Architekten, die in der Lage seien, so zu planen, dass während der Bauphase nicht eine Steckdose geändert werden müsse. Wenn ein Bau so ablaufe, gebe es auch keine Nachforderungen durch die beteiligten Firmen. Mandy Treetzen erläuterte, dass das bei öffentlichen Bauvorhaben nicht möglich sei, zumal wenn man es wie beim KuB mit mehreren Nutzern zu tun habe. "Wenn jemand merkt, dass er zusätzliche Steckdosen braucht, versuchen wir das eben möglich zu machen", so die Kämmerin.

Nach aktuellem Planungsstand soll am 1. 4. (kein Aprilscherz) Baubeginn sein. Zurzeit laufen viele Arbeiten im Hintergrund. Dazu zählen auch Gespräche mit dem Kampfmittelräumdienst. Außerdem werde die Baustelleneinrichtung geplant. "Es ist eine sehr enge Baustelle", warnt Treetzen: "Es wird definitiv eng." Alle Anlieger rund um die zukünftige Großbaustelle werden in den nächsten Tagen Besuch erhalten. Mandy Treetzen erklärt: "Wir beginnen jetzt mit den Gebäudedokumentationen."

Alle Ausschreibungen seien mittlerweile veröffentlicht. Erst wenn die konkreten Angebote der Baufirmen auf dem Tisch liegen, wird sich zeigen, was die Kostenermittlungen der Planer wert waren. "Das wird spannend", findet auch Mandy Treetzen: "Über die Kosten können wir im April mehr sagen."

Verwaltungsmitarbeiter im Historischen Rathaus müssen ihre Arbeitsplätze jetzt räumen, denn auch dort soll ja umgebaut werden. "Wir leben mit diversen Umzügen", erläuterte Mandy Treetzen. Als problematisch stellt sich dabei heraus, dass der Kinder- und Jugendbereich noch nicht wie geplant in Räume der Kreisverwaltung an der Mewesstraße einziehen kann. Das geht erst Ende des Jahres. Bis dahin muss eine Übergangslösung her. Das hat sogar zur Folge, dass Stellen in der Stadtverwaltung aus Raummangel nicht besetzt werden können. Spätestens bis Baubeginn soll der städtische Internetauftritt überarbeitet sein. Dann können dort aktuelle Informationen über die Arbeiten abgerufen werden. Ein Kirsch- und ein Apfelbaum aus den Partnerstädten im Rathaushof müssen ebenfalls weichen, genau dort soll der neue Saal entstehen. Die Bäume sollen auf den Bahnhofsplatz eine neue Heimat finden. "Da können sich die Bäume auch entwickeln", ist Bürgermeister Tassilo überzeugt. Wie er mitteilte, seien Olivet und Kolberg bereits informiert.

Andreas Olbertz