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Pressespiegel

18Jan

Stormarner Tageblatt vom 18. Januar 2014

Acht Millionen für Trave Arkaden

Der aktuelle Entwurf für den geplanten Neubau an der Lübecker Straße.

Blick auf das Postgebäude

Investor Hans Jürgen Weber hat Finanzierungsvertrag von der Sparkasse, aber Probleme mit der Entmietung des alten Gebäudes

Bad Oldelsoe

Sollte das alles nur ein Traum gewesen sein? Seit Tagen geistern Gerüchte durch die Stadt, die Pläne für das Fachmarktzentrum auf dem Postgelände hätten sich zerschlagen, weil der Investor es nicht finanziert bekomme. Angeblich sollen Mitbewerber bereits in den Startlöchern stehen. Bürgermeister Tassilo von Bary sieht das Projekt nicht gefährdet, es sei "alles im Fluss". Er musste allerdings einräumen, dass es Schwierigkeiten beim Eigentumsübergang gegeben habe.

"Das ist alles dummes Gerede", tut Alexandra Weber die Gerüchte ab. Zusammen mit ihrem Mann Hans Jürgen führt sie in Osnabrück das Unternehmen Immo Konzept, das hinter den Abriss- und Neubauplänen steht. Wie berichtet, soll das Gebäude zwischen Lübecker Straße und Konrad-Adenauer-Ring abgerissen werden. Stattdessen soll ein Fachmarktzentrum mit Rewe, Budnikowsky und Denn's Biomarkt entstehen. Kostenpunkt: "Jenseits von acht Millionen Euro".

"Die Finanzierung macht die Sparkasse Holstein. Die will sich natürlich nicht in die Nesseln setzen und hat das gründlich geprüft", erklärt Alexandra Weber. Ihr Mann bestätigt: "Der Vertrag liegt vor!" Die Sparkasse habe allerdings kurzfristig eine Klausel eingebaut, dass erst Geld fließe, wenn Baurecht nach Paragraph 33 erreicht sei. In der Folge könne logischerweise auch erst dann die Eigentumsübertragung vollzogen werden. "Eine reine Formalie", beschwichtigt Hans Jürgen Weber: "Die Stadt hat bisher gut gearbeitet." Deshalb hegt er keine Zweifel, dass dieser Punkt bis Ende März erreicht sein wird. Der Auftrag für ein Abrissunternehmen sei bereits erteilt, Bodenuntersuchungen seien grade abgeschlossen und aktuell werde mit zwei Generalunternehmern verhandelt. "Wir haben bereits Aufträge für 600 000 Euro ausgelöst und auch bezahlt", so Hans Jürgen Weber.

Klingt ja alles ganz gut, und trotzdem läuft hinter den Kulissen offenbar nicht alles ganz rund. Um nicht zu sagen, es kracht. Wer da welches Spielchen spielt, ist nicht zu durchschauen. Einer der Knackpunkte ist die Ergotherapie-Praxis von Katrin Jalaß. Die Therapeutin hat einen Mietvertrag bis 2024 - unabhängig davon, wem das Gebäude gehört. Solange sie nicht auszieht, wird wohl kaum abgerissen werden können.

20-, 40-, 60 000 Euro hatten Webers ihr für einen vorzeitigen Auszug bereits geboten. Vergeblich. Bei 150 000 Euro kam keine Vereinbarung zustande, weil Webers keine Bankbürgschaft vorlegen konnten. Auch wenn das nach einer gewaltigen Summe klingt, unterm Strich betrachtet, verdient sich Katrin Jalaß daran keine goldene Nase. Im ehemaligen M & H-Gebäude gibt es Räume, die ihr zusagen. Die Miete ist aber höher. Schon 1,50 Euro mehr pro Quadratmeter summieren sich in zehn Jahre auf gut 43 000 Euro. Hinzu kommen Kosten für Bodenbeläge, Malerarbeiten, Sonderwünsche bei der Deckenkonstruktion, neues Briefpapier ...

"Ich habe eine Kostenaufstellung gemacht, die nachvollziehbar ist", erklärt Katrin Jalaß. Insider halten den Betrag für moderat und angemessen. Von Alexandra Weber kommt ein klares Kontra: "So eine Summe kann ich in kein Finanzierungskonzept einbauen. Da hält mich doch jeder Banker für verrückt. Wir sind in einer Scheißposition, wir müssen sie da raus haben."

Katrin Jalaß steckt in einem Dilemma. Sie hat einen Mietvertrag, kann also nicht einfach ausziehen. Ende Januar könnte sie kündigen, bis dahin gibt es aber noch kein Baurecht. Wegen der Mehrkosten will sie ihre angestammte Praxis natürlich nicht verlassen, wenn es nicht unbeding nötig ist. Jalaß kann aber auch nicht ewig warten, denn irgendwann verliert ihr potenzieller neuer Vermieter die Geduld und vergibt die Räume anderweitig.

In Sachen Postbank wird offenbar ebenfalls nicht mit offenen Karten gespielt. Ladenflächenmanager Stefan Pötzsch ist davon überzeugt, dass die Postbank dauerhaft in den ehemaligen Aldi an der Schützenstraße zieht. Dass die Stadt eine Übergangslösung am Kastanienhof "bastelt", sei ihm nicht mitgeteilt worden. Alexandra Weber geht unterdessen davon aus, dass die Postbank ins Obergeschoss des Neubaus zieht: "Wir sind doch schon in der Einrichtungsplanung."

Das sieht ein Sprecher der Postbank allerdings anders: "Wir würden gerne in Oldesloe bleiben. Die Suche nach einer geeigneten Immobilie ist aber noch nicht abgeschlossen."Andreas Olbertz