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Pressespiegel

11Jan

Lübecker Nachrichten vom 11. Januar 2014

SPD kämpft weiter für den Baumschutz in Bad Oldesloe. Über das Schicksal der Linden an der Post soll erst nach erteilter Abrissgenehmigung entschieden werden.

Bad Oldesloe - Mit ihrem Vorstoß, eine Neuauflage der Baumschutzsatzung zu erwirken, ist die SPD-Fraktion und mit ihr auch die der Grünen im jüngsten Oldesloer Umwelt-und Energieausschuss gescheitert. Doch SPD-Fraktionschefin Maria Herrmann will nicht aufgeben. Sie hat gestern beantragt, den Punkt auf die Tagesordnung der nächsten Stadtverordnetenversammlung zu setzen.

Die beiden Winterlinden am Postgebäude, das einem Fachmarktzentrum weichen soll, bildeten gewissermaßen den Einstieg in die Debatte. Die verlief, die wie vorauszusehen, kontrovers. Michaela Dämmrich von den Grünen: "Mir erschließt sich die Notwendigkeit der Fällung überhaupt nicht." Sie merkte an, dass in jüngster Vergangenheit schon zu viele Bäume im Stadtgebiet entfernt wurden. Darin pflichteten ihr Carsten Stock und Klaus Gräber (SPD) bei. Letzterer mahnte an, dass vor einiger Zeit schon "zwei hübsche Blutbuchen" in der Lübecker Straße gekappt wurden und somit schleichend das Grün aus der Stadt verschwinde.

Dämmrich kritisierte zudem, dass es sich bei den als Kompensation für die Linden gedachten Ersatzpflanzungen um "zehn dünnstämmige Obstbäume" handele. Dabei passten doch Alleebäume viel besser ins Stadtbild.

Dem hielt Bauamtsleiterin Karin John entgegen, dass es an den Straßen der Innenstadt überhaupt keinen Platz für Bäume gebe. Das sei zuvor geprüft worden. Thomas Sobcak, Leiter des Bürgeramtes, fügte hinzu, dass das Pflanzen von Straßenbäumen stets mit Pflegemaßnahmen verbunden sei. Sie müssten immer wieder beschnitten werden. Versorgungsleitungen engten den Platz für das Wurzelwerk der Bäume zudem stark ein.

Auf die Linden vor der Post bezogen merkte Petra Engert von der Bauverwaltung an, dass sie beim Abriss und den folgenden Bauarbeiten zu stark in Mitleidenschaft gezogen würden. "Was nutzt es, wenn die Bäume dann ohnehin sterben? Sie werden noch mehr verkümmern wegen der Grundwasserabsenkung", sagte sie. Hans-Joachim Stolten (CDU) ergänzte, man wolle "nicht mit Dauerpatienten vor der Tür leben".

Wolfgang Schmidt, ehemals Mitglied der Freien Bürger für Bad Oldesloe und inzwischen fraktionslos, hatte die Debatte verfolgt, um sich eine Meinung zum Thema Baumschutz bilden zu können. "Was ist, wenn ich eines Tages kränkele und Sie es nicht ertragen können, würden Sie mich dann auch abmurksen?", warf er provokativ in die Runde.

Letztlich einigten sich alle darauf, dass ein Gutachter den Zustand der Linden zunächst prüft. Darüber, ob sie gefällt werden oder nicht, soll erst entschieden werden, wenn die Abrissgenehmigung des Postgebäudes erteilt ist. Die Baumschutzsatzung wird erneut Thema auf der Stadtverordnetenversammlung am 27. Januar ein. dvd