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Pressespiegel

29Mär

Stormarner Tageblatt vom 29. März 2018

Showdown um den Kreisel. FBO scheitert mit Antrag: Große Mehrheit der Stadtverordneten für neuen Kreisverkehr.

So soll er aussehen: Die Kreuzung Mommsenstraße/Sülzberg soll durch einen Kreisverkehr übersichtlicher gestaltet werden. Das Projekt würde aus Mitteln der Städtebauförderung finanziert. ST

Abriss: Dieses Haus soll dem Kreisel weichen.

Platz da: Hier soll der Kreisel entstehen. nie (2)

Bad Oldesloe. Die Diskussion um den Oldesloer Kreisel an der Kreuzung Sülzberg und Mommsenstraße kreist seit Monaten um sich selbst. Oder genauer gesagt kreist die FBO rund um die Kreiseldiskussion. Die „Freien Bürger“ sind der Meinung, dass dieser Kreisverkehr absolut unnötig und eine Geldverschwendung sei.

Nach Vorstellung der Pläne vor geraumer Zeit hatten sich auch Vertreter anderer Parteien zunächst skeptisch gezeigt. Deren Meinung hat sich nach Ortsterminen und Stellungnahmen von Experten aber geändert, so dass die FBO allein gegen den Kreisel kämpft. Für die Fraktion brachte Matthias Rohde jetzt erneut einen Antrag in die Stadtverordnetenversammlung ein, der das Aus für die Kreiselpläne forderte.

Bereits im Vorwege hatte es Ärger gegeben, weil die Verwaltung den Antragsnamen „Einsparung des geplanten, überflüssigen Verkehrskreisels vor dem Tunnel Pölitzer Weg“ so auf die Tagesordnung setzte, obwohl es suggerierte, dass der Kreisel überflüssig sei. Die FBO spricht von einer Ersparnis von 850 000 Euro, wenn der Kreisel nicht gebaut werde. Zudem müsste die „städtebaulich für den Stadteingang wichtige Villa“ in der Mommsenstraße 1 nicht abgerissen. Den Wert der baufälligen Villa, in der zuletzt Obdachlose untergebracht wurden und die durch den Mord an einem Flüchtling traurige Berühmtheit erlangt hatte, schätzte Rohde auf 250 000 Euro. Sein Fazit: „Sie vernichten Wohnraum und Parkplätze. Sie verschwenden Steuergelder und das alles für einen unnötigen Kreisel.“

„Es sind nur sie, die das behaupten. Es geht um eine Erhöhung der Verkehrssicherheit und die Fahrzeit der Busse. Die sparen mit dem neuen Kreisel eine Minute. Bei 60 000 Verbindungen im Jahr sind das 60 000 Minuten. Durch den Busverkehr entsteht Stau, den man locker mit dem Faktor fünf berechnen kann: also 300 000 Stauminuten weniger. Allein das überzeugt uns schon“, argumentierte Hartmut Jokisch (Grüne).

Verärgert zeugte sich auch Björn Wahnfried (SPD): „Die Villa wurde von der Stadt erworben, damit sie für den Kreisel abgerissen werden kann. Sie kommen hier nur mit fiktiven Zahlen über angebliche Werte der Villa, die nicht belastbar sind und mit irgendwelchen fiktiven Einsparungen.“ Sein Parteikollege Torben Klöhn unterbrach seine Rede, als er merkte, dass seine Argumente sowieso nicht bei der FBO ankamen, mit den Worten: „Ach, ist doch auch schon egal...“

Dass 850 000 Euro gespart würden, wies Birgit Reichardt-Mewes (CDU) als „komplett falsch“ zurück. „Dort fließen Fördergelder aus dem Stadtumbau West. Die Stadt ist nur mit 337 000 Euro beteiligt“, so Reichardt-Mewes. Sie habe seitens der FBO keine schlüssige Darstellung wahrgenommen, warum der Kreisel nicht gebaut werden sollte. „Auf der anderen Seite gibt es schlüssige Gründe, die dafür sprechen – wie die Verkehrssicherheit“, so die CDU-Stadtvertreterin. Zudem sei der Kreisverkehr Teil eines Gesamtkonzepts. „Wir können jetzt nicht einfach sagen, dass wir das doch nicht umsetzen. Dann brauchen wir das nächste Mal gar keine Fördermittel mehr beim Land beantragen.“

Mit eindeutiger Mehrheit, bei fünf Gegenstimmen der FBO, stimmten 20 Stadtverordnete für den Bau des Kreisverkehr, für den nun die Planungsphase beginnt.

Patrick Niemeier