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Pressespiegel

09Feb

Stormarner Tageblatt vom 9. Februar 2018

Umstritten: Auto-Kino auf dem Exer. Fast ein Drittel des städtischen Veranstaltungsbudgets für zwei Filmklassiker / Im Mai können die Oldesloer Salsa tanzen.

Inken Kautter und Tabea Braun vom Kulturbüro (im Mini) mit den Kooperationspartnern für städtische Veranstaltungen. Nie

Bad Oldesloe. Von Autokino bis Adventsmarkt: mit neun Events geht die Stadt in das Veranstaltungsjahr 2018. Insgesamt wollen Inken Kautter und das Team vom städtischen Kulturbüro dafür 53 500 der zur Verfügung stehenden 55 000 Euro ausgeben. Im Bildungs- Sozial- und Kulturausschuss stellte die Leiterin des Kultur- und Bildungszentrums das Programm vor.

Ganz reibungslos verlief die Präsentation allerdings nicht. Kritik rief vor allem ein geplante Auto-Kino auf dem Exer Ende April hervor, das mit 15 000 Euro zu Buche schlägt und gemeinsam mit dem „Mobilen Kino Schleswig-Holstein“ präsentiert werden soll. „Haben Sie unseren lokalen Kinobetreiber gefragt, ob er dabei sein möchte?“, wollte Dagmar Danke-Beyer (Grüne) wissen. „Er war in die ersten Planungen involviert, hat uns dann aber abgesagt. Als er wieder mit an Bord wollte, weil er meinte, ein schlechtes Gewissen zu haben, hatten wir umgeplant. Es war für uns klar, dass wir es auch ohne ihn durchführen“, so Inken Kautter. Dass es das Auto-Kino auf dem Exer geben soll, sei keine Entscheidung gegen Heinz Wittern: „Er ist zu beschäftigt mit seinem Kino und das verstehen wir.“

Die FBO fand die 15 000 Euro viel zu viel für ein „Retroevent“. Zudem sei die Terminwahl im April unglücklich. „Wer Open-Air-Veranstaltungen durchführt, hat in jedem Monat das Risiko, am Ende alleine dazustehen, wenn es regnet“, entgegnete Inken Kautter.

Die Grünen monierten, dass eine Veranstaltung mit Autos nicht zu einer umweltfreundlichen, modernen Kleinstadt passe. „Wir wollen es einfach mal probieren. Wir finden, dass es ein guter Ansatz ist und geben der Sache eine Chance“, fand hingegen Hajo Krage (SPD). Auch Hildegard Pontow (CDU) ist positiv gestimmt. „Frau Kautter hat oft ungewöhnliche Ideen und hat immer Erfolg damit. Daher vertrauen wir ihr da einfach und sagen auch, dass man es mindestens ein Mal ausprobieren sollte“. Ihr Parteikollege Jörn Lucas gab an, sich sogar „besonders auf diesen Termin zu freuen.“

Der Antrag der FBO, dass die Kulturmanagerin eine Alternative zum Auto-Kino vorschlagen solle, fand keine Mehrheit, so dass das Gesamtpaket den Ausschuss passierte. „Wer solche Veranstaltungen möchte – wie zum Beispiel auch den Adventsmarkt, der genauso viel Budget braucht – der wird immer draufzahlen. Da ist ein Preisschild dran. Die Refinanzierung ist nicht unser primäres Ziel, sondern ein Angebot für alle Interessengruppen zu schaffen“, so Inken Kautter zur Preisdiskussion.

Am 27. und 28. April soll es das Auto-Kino auf dem Exer geben. Jeweils ab 21 Uhr werden die Klassiker „Ein toller Käfer“ (27. April) und „Dirty Dancing“ (28. April) gezeigt. Einfahrt ist ab 20 Uhr. Auch Fußgänger oder Fahrradfahrer sind willkommen. Für sie soll es Sitzplätze geben. Tickets kosten pro Person acht Euro. Oldtimer-Fahrer zahlen nur fünf Euro.

Weiter im städtischen Programm geht es am 20. Mai mit dem traditionellen Pfingstkonzert der Oldesloer Marching Band „Stormarn Magic“. Es wird mit 1000 Euro durch die Stadt unterstützt. „Wir freuen uns bereits darauf, und natürlich ist auch Werbung für unsere Musik. Neue Mitmusiker sind immer willkommen“, so Björn Möller von Stormarn Magic. Es habe sich gezeigt, dass die Oldesloer das Pfingstkonzert annehmen und „einfach eine gute Zeit haben – abseits von Handy oder Fernsehen“, so Möller.

Am 26. Mai gibt es eine besondere Premiere. „Der Tanzlehrer Rasoul Khalkhali wird gemeinsam mit den Tanzschulen Ritter und Wulff Salsa mit den Oldesloern tanzen“, erläutert Tabea Braun aus dem Kulturbüro. Die Idee sei, dass die Besucher nicht nur konsumieren, sondern selbst aktiv an einer Veranstaltung mitwirken. „Wir werden das durchziehen, egal wie das Wetter ist. Das wird richtig gut werden“, ist Chris Ritter überzeugt. „Natürlich werden wir uns in der Tanzschule aktiv darauf mit unseren Tanzwütigen vorbereiten“, sagt Christian Wulff. Es ist die erste Kooperation der beiden Oldesloer Tanzschulen. Aus dem Stadtsäckel fließen 2500 Euro.

Das Kindervogelschießen steht am 5. Juli an. Dabei bleibt laut der Vogelschießer-Ausschussvorsitzenden Sabine Prinz alles beim Alten. Zum dritten Mal soll es am Nachmittag von 14 bis 19 Uhr ein Band- und Schülerprogramm im Festzelt auf dem Exer geben. „Das etabliert sich über die Jahre immer weiter. Da bin ich mir sicher“, so Prinz.

Zum zweiten Mal finden das Straßenkünstlerfestival Pflaster-Art in Zusammenarbeit mit Bajazzo Event (31. August bis 2. September) und der Oldesloer Kulturtag des Kulturnetzwerks (27. Oktober) statt. Pflasterart kostet die Stadt in diesem Jahr 10 000 Euro, der Kulturtag 2000 Euro. Den Schlusspunkt des städtischen Veranstaltungsjahrs setzen das traditionelle Weihnachtsmannwecken am 30. November und der Adventsmarkt in der Stormarnhalle am 8. und 9. Dezember, die mit 2000 und 15 000 Euro unterstützt werden. Patrick Niemeier