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Pressespiegel

17Feb

Stormarner Tageblatt vom 17. Februar 2018

Stormarner Wochenschau – Betrachtungen zum Wochenausklang.

KARIKATUR: MEGI BALZER

Abfall, Anlieger und Ausrufezeichen

MüllKreislauf

Bei der AWSH verstehen sie wirklich was von ihrem Job, da sind die wahren Profis am Werk. Grau ist alle Theorie, hat man sich dort vorgenommen: Wir leben das jetzt mal vor. Unsereiner dachte noch, er habe wie jedes Jahr den Abfallkalender in der Hand — ein wichtiger Führer durch den Dschungel der Abfuhrtermine. Weit gefehlt, viel zu eng gedacht, das wäre ja viel zu einfach. Die AWSH hat einfach mal alles umgeschmissen und schon ist die Fibel nur noch Müll. Nein, natürlich kein Müll, sondern ein wertvoller Rohstoff! Der Nachschub an Altpapier muss fließen, so sichert man sich seinen Job. Offiziell wird es als Broschüre rausgegeben und dann durch die Hintertür als Altpapier wieder eingesammelt — das ist wohl der perfekte Wertstoffkreislauf (siehe rechts).

Im Dreierpack

Junge, da hat es aber einer gut gemeint, voll nach dem Motto: Viel hilft viel. Am Kurparkkreisel sickert Wasser aus dem Erdreich auf die Straße. Bei Frost ist das natürlich ziemlich gefährlich. Deshalb hat die Verwaltung nicht nur ein Achtung-Schild aufgestellt, sondern es auch um dem Hinweis: Glätte ergänzt. Damit auch wirklich niemand denkt, Oldesloes ansonsten spaßbefreite Verwaltung hätte sich ausgerechnet an der Stelle einen Spaß erlaubt, wurde das Wort „Glätte“ mit gleich drei Ausrufezeichen versehen. So viel Achtsamkeit und Fürsorge ist der Verkehrsteilnehmer in der Kreisstadt gar nicht gewohnt. Oder hatte da jemand einen Krampf im Finger? Oder unkontrollierte Zuckungen? Wie muss man das denn einordnen? Verboten, total verboten, drei Ausrufezeichen? Oder vielleicht: Glatt, superglatt, drei Ausrufezeichen! Darf man Verkehrszeichen ohne Ausrufezeichen zukünftig ignorieren? Etwas Aufmerksamkeit ist bei zweien nötig und ab dreien wird es ernst. Wer sicher gehen will, sollte sich doch lieber vorab noch mal im Rathaus erkundigen.

Faules Ei

Schönheitschirurgen können es bestätigen: Irgendwann reicht etwas Make-up nicht mehr, um alle Falten glatt zu bügeln. Dann muss das Messer gewetzt werden. Analog bedeutet das im Straßenbau: Wenn der Unterbau nach rund 50 Jahren sein Leben ausgehaucht hat, kann man oben so viel raufkleistern, wie man will — es bringt nix mehr. Da hilft dann nur noch die Totalsanierung. Die ist verdammt teuer und weil die städtische Schatulle leer ist, werden an den Kosten in der Regel die Anlieger beteiligt. Wer dafür nicht rechtzeitig was anspart, bekommt ein fettes Problem — zigtausende können da auf Grundbesitzer zukommen. Nun hat die Landesregierung die Pflicht zur Erhebung von Ausbaubeiträgen aufgehoben und den Kommunen damit ein faules Ei ins Nest gelegt. Denn woher das Geld zukünftig kommen soll, dazu äußert sich die Landesregierung nicht. Warum auch, der Kampf muss jetzt ja im Lokalen ausgetragen werden. In Oldesloe tut sich besonders die FBO hervor – ansonsten kritisieren sie immer die angeblich unsolide Haushaltspolitik der anderen Parteien, fordern rigorose Sparmaßnahmen, aber bei den Ausbaubeiträgen gilt das offenbar alles nicht. Abschaffen, egal was es uns kostet, scheint die Devise der FBO zu sein. Das lässt wenig Gutes für den bevorstehenden Kommunalwahlkampf erwarten.

Andreas Olbertz