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Pressespiegel

20Jan

Stormarner Tageblatt vom 20. Januar 2018

44 Jahre Geduldsprobe. Nach Jahrzehnten kann Baugebiet Claudiussee endlich erschlossen werden / 245 Wohneinheiten geplant.

Machen sich ein Bild vom Stand der Arbeiten: Wolfgang Stumpf (li:) und Axel Schulz. Olbertz

Bad Oldesloe. Da haben sie fast schon Glück, dass sie das noch erleben dürfen. Seit Jahrzehnten kämpfen die Geschwister Stumpf für ihr Baugebiet Claudiussee an der Kampstraße. Mehr als 44 Jahre hat es gedauert bis alle Hürden aus dem Weg geräumt sind, jetzt kann es los gehen.

Viele andere Investoren hätten vermutlich die Flinte längst ins Korn geschmissen, Stumpfs blieben hartnäckig. „Eigentlich sind wir schön blöd“, gibt dann auch Wolfgang Stumpf, Geschäftsführer der Grundstücksgesellschaft unumwunden zu. „Es ist halt ein alter Traum von uns, hier ein Wohngebiet zu realisieren“, erzählt. Federführend war sein Bruder Ulrich, der Architekt in der Familie. Ihm sei es ein Anliegen gewesen, „mal richtig was Schönes hinzusetzen“, so Wolfgang Stumpf: „Doch davon hat er inzwischen Abstand genommen.“ Zu viele Querschläge aus der Politik, immer wieder neue Auflagen aus der Verwaltung – das hat an den Nerven gezehrt.

Inzwischen ist es den Erben eine Ehrensache, das Projekt anständig zu Ende zu bringen. „Das ist die Hypothek, die Familie Stumpf übernommen hat“, sagt Wolfgang Stumpf. Das ganze geht auf seinen Großvater zurück. Der hatte dort seinerzeit die Farbenfabrik Folkens gegründet. Die Abwässer der „Oldesloer Grün“-Produktion wurden fleißig in einen See geleitet. „Das war damals einfach so“, bedauert Wolfgang Stumpf rückblickend. Einen Teil des Geländes erbten die Stumpf Geschwister, der andere ging an den Folkens-Zweig und wurde teilweise weiterverkauft.

Die Schwermetallbelastungen in diesem Bereich sind bekannt. Die am stärksten belasteten Bereich gehörten der Erbengemeinschaft zwar nicht, trotzdem bestand die Stadt auf eine großflächige Sanierung. Also kauften Stumpfs diesen Teil dazu. „So haben wir eine bessere Möglichkeit, eine Vollsanierung zu machen“, erläutert der Geschäftsführer: „Da dürfen keine emotionalen Belastungen mehr drauf sein.“

Zurzeit wird das Gelände gerodet, Anfang nächsten Monats sollen die Bagger anrollen und das kontaminierte Erdreich abtragen. Allein die Sanierungskosten belaufen sich auf drei Millionen Euro. Drei Monate später soll mit der Erschließung begonnen werden, spätestens ab Oktober sollen die Käufer mit dem Bau ihrer Häuser beginnen können.

Das Baugebiet ist 4,6 Hektar groß. Auf 68 Grundstücken sind rund 245 Wohneinheiten geplant. Kern des Gebiets wird der Claudiussee. Sein Name wird von der Claudiusstraße, über die später die Erschließung erfolgen soll, hergeleitet. Eigentlich ist er „nur“ ein Regenrückhaltebecken, aber wegen seiner Größe von 1,2 Hektar ist die Bezeichnung See wohl doch angebrachter.

Der erste Ring um den See herum ist für den Bau von Einfamilienhäusern vorgesehen. Der Ring dahinter ist Doppelhäusern vorbehalten. Dahinter sind Reihenhäuser, Geschosswohnungsbau und Stadtvillen vorgesehen. Die Grundstückspreise variieren zwischen 300 und 340 Euro pro Quadratmeter. Das komplette Bauvolumen wird auf 45 bis 65 Millionen Euro geschätzt.

Für die Vermarktung ist Axel Schulz zuständig. Er hebt besonders die Topographie des Gebiets hervor. Es muss ein Höhenunterschied von acht Meter überwunden werden. Aufgrund der Größe sei es möglich, das ohne Hanggrundstücke zu realisieren. „Das ist echte Landschaft, kein vergleich zum Baugebiet auf dem Acker“, ist Schulz überzeugt.

Die Investoren sind verpflichtet, Oldesloer bei der Grundstücksvergabe eine Zeit lang zu bevorzugen. Axel Schulz ist aufgrund der aktuellen Nachfrage überzeugt, dass es kein Problem sein wird, die vertraglich vereinbarte Quote zu erfüllen.

Im Bereich Kampstraße, die Zufahrt dort wird später geschlossen, ist eine Fläche für sozialen Bedarf vorgesehen. Das wird im einfachsten Fall „nur“ ein Kindergarten. Da dort aber dreigeschossige Bebauung zulässig ist, seien über der Kita auch Arztpraxen, ein Quartiersbüro, Gemeinschaftsräume oder betreute Wohnformen denkbar – Axel Schulz verhandelt mit drei Investoren.

Weniger gut sieht es beim Interesse an Geschosswohnungsbau aus. 20 Prozent sollen Sozialwohnungen werden. Da es aber zurzeit keine Fördermittel gibt, halten sich Investoren noch zurück. Andreas Olbertz

Weitere Infos unter www.claudiussee.de