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Pressespiegel

10Jan

Stormarner Tageblatt vom 10. Januar 2018

„Ich gehe sehr zufrieden weg“. Zehn Jahre Musikschulleiter – Alireza Zaré wechselt von Oldesloe nach Pinneberg.

Mehr Manager als Musiker: Alireza Zaré mit seiner Gitarre am Schreibtisch. Olbertz

Bad Oldesloe. Das ist ja keine gute Nachricht gleich zu Jahresbeginn: Alireza Zaré verlässt die Oldesloer Musikschule. Zum 1. März übernimmt er die Leitung der Musikschule in Pinneberg.

Nein, er gehe nicht im Zorn. Eher das Gegenteil ist der Fall: „Ganz ehrlich, ich gehe sehr zufrieden. Das ist mein Kind“, sagt er über die Oldesloer Musikschule, „das will ich in gute Hände geben.“

Vor zehn Jahren kam er von Glückstadt nach Oldesloe mit dem klaren Auftrag, die Musikschule weiter zu entwickeln. Und das ist ihm gelungen. Er ist überzeugt, Oldesloe zu einer „modernen“ Musikschule gemacht zu haben. „Die Schüler kommen weiterhin zu uns, aber wir müssen auch zu denen gehen, die wir sonst nicht erreichen“, ist Zaré überzeugt. Ein erfolgreicher Weg. Damals waren es etwas 790 Schüler, inzwischen sind es mehr als 2000. Möglich wurde dies, weil Alireza Zaré zahlreiche Projekte initiierte.

Die Musikschule hat einen Etat von 600 000 Euro. Von der Stadt kommen nur 30 000 Euro Zuschuss. „Das ist sehr wenig“, findet der Leiter. Das macht er der Stadt allerdings nicht zum Vorwurf. Zaré: „Wenn ich sehe, wie der Kreis sich raushält, bin ich baff. Der Kreis ist doch dafür da, den Standort zu fördern und voranzubringen.“ Die ganze Projektarbeit war nur möglich, weil er zahlreiche Sponsoren überzeugen konnte. Diesen Weg sollte der oder die Nachfolgerin weiter gehen. Gefordert ist weniger ein guter Musiker als ein überzeugter Schulleiter. „Ich komme gar nicht mehr zu meiner Gitarre“, bedauert Zaré, „diese Bereitschaft muss man mitbringen.“

Ruhe und Beharrlichkeit zeichnen den Hamburger aus. „Durch Streit komme ich nicht weiter, da verliere ich sofort“, lautet sein Credo. Viele Jahre machte er sich dafür stark, dass die Musikschule in den Verband der Musikschulen (VdM) aufgenommen wird. Lange rannte er da in der Politik gegen Mauern. „Ich werde es nie vergessen, eine Politikerin sagte mal: ‚Unsere Musikschule ist doch gut. Mehr brauchen wir nicht‘“, blickt Zaré zurück. Allen Widerständen zum Trotz hat er es geschafft. Zaré: „Das war mein größtes Highlight – die Aufnahme in den VdM. Das war eine riesige Anerkennung unserer Arbeit.“

Der Umzug von der Königstraße ins Kub steht ebenfalls auf der Habenseite. Der Schulleiter schwärmt: „Wir haben eines der schönsten Gebäude im Land.“

Aber – und auch daraus macht Alireza Zaré keinen Hehl – es geht noch besser. Die Zahl der Schüler in Pinneberg sei mit Oldesloe vergleichbar, aber dort habe er die Möglichkeit, Lehrer fest einzustellen. In Oldesloe unterrichten fast nur Honorarkräfte. Will er denen mehr Stunden geben, kommt schnell der Verdacht der Scheinselbstständigkeit auf. Bei weniger Stunden verlieren sie die Bindung zum Haus. Ganz zu schweigen davon, dass er ein „kleines Honorar“ nach jahrelangem Studium für falsch hält. „So machen wir den Beruf kaputt“, klagt Zaré. „Weisungsbefugt zu sein, ist doch was Schönes“, freut er sich.

Andreas Olbertz