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Pressespiegel

20Dez

Stormarner Tageblatt vom 20. Dezember 2017

Bürgermeister verbietet Waveboards in der Schule. Als Alternative schlägt Jörg Lembke Tischkicker-Turniere vor.

Bürgermeister Jörg Lembke bekommt von Elternvertretern und Schülern eine Petition überreicht. Niemeier

Bad Oldesloe. Die Stadtschule ist stolz darauf, im Bereich der gebundenen Ganztagsschule viele besondere Angebote anbieten zu können. Sei es der sehr erfolgreiche Schachbereich oder die Waveboarder. „Jedes Kind lernt in der dritten Klasse Waveboardfahren. Das hat sich seit vielen Jahren bewährt“, sagt Marion Cornehl, Vorsitzende des Elternbeirats der Grundschule. Doch nun soll sich das ändern. „Mit den Zeugnissen im Januar endet die Zeit, in der bei schlechtem Wetter im Foyer Waveboard gefahren werden darf“, erklärt Bürgermeister Jörg Lembke. „Die Unfallgefahr ist erhöht und außerdem kommt es dabei zu Beschädigungen am Gebäude. Das können wir nicht einfach hinnehmen“, so der Verwaltungs-Chef. Er habe nicht generell etwas gegen das Waveboarden, er verstehe allerdings auch nicht, warum das unbedingt in der Schule stattfinden müsse.

„Wenn es so wichtig ist, müssen wir sehen, dass wir in den Turnhallen nach der Schulzeit entsprechende Angebote für die Kinder schaffen“, sagt er. „Für mich ist klar, dass Waveboarden nicht im Lehrplan steht und damit nicht verpflichtend ist. Wir müssen es also nicht ermöglichen, dass diese Kurse bei schlechtem Wetter stattfinden können. Ich verstehe den Wunsch und dass man sich das intern im Konzept so überlegt hat, aber was nicht geht, das geht nicht“, betont Jörg Lembke.

Cornehl überreichte mit einigen betroffenen Kindern mehr als 200 Unterschriften für den Erhalt des Angebots. Der Förderverein der Stadtschule wäre bereit, entstehende Reparaturen bis zu 1500 Euro durchzuführen, wenn damit das Angebot gesichert wäre. „Ich möchte gar keine Versprechen machen. Ich bin da auch ein wenig erstaunt. Wir sind mit Direktorin Sabine Prinz so verblieben, dass die Möglichkeit, im Foyer Waveboard zu fahren, im Januar endet. Daher erstaunt mich das hier“, so Lembke. Es sei aber gut, dass er nun diese Sichtweise gehört habe. „Wenn wir sagen, dass es keinen Rollsport in den Gebäuden gibt, dann gibt es den auch nicht. Das ist unsere Entscheidung als Verwaltung und nicht die Entscheidung eines internen Konzepts“, sagt der Bürgermeister weiter.

Allgemein sehe er die gebundene Ganztagsschule und ihre Angebote aus finanzieller Sicht skeptisch. „Wir werden sehen, ob wir uns das noch in dieser Form leisten können. Das ist eine politische Frage, ich kann das nicht entscheiden, aber die Frage muss erlaubt sein“, merkt Lembke an.

„Wir haben den Eindruck, dass in letzter Zeit immer wieder Einsparungen auf dem Rücken der Kinder geplant werden. Das ist auffällig und daher werden wir noch häufiger miteinander zu tun haben“, verabschiedete sich Cornehl. Sie freue sich aber, dass der Bürgermeister sich generell dem Dialog und der Kritik gestellt habe. „Vielleicht überdenkt er das alles nochmal“, ist sie hoffnungsvoll.

„Ich möchte mich da in keine Richtung festlegen. Ich muss erst die Fakten abwarten und schauen, was wirklich stimmt“, so Lembke. Da die Stadt Bad Oldesloe sehr viel für Jugendliche und Kinder mache, gebe es in diesem Bereiche auch Sparpotenziale. „Das fällt dann natürlich auf“, erklärt der Verwaltungschef.

Die jungen Waveboarder wünschen sich nach eigener Aussage als Weihnachtsgeschenk, dass sie auch im nächsten Jahr bei schlechtem Wetter im Foyer ihre Kurse durchführen können. „Wenn nicht, muss man halt mit den Schülern Tischkicker-Turniere machen oder so“, schlug Lembke vor.

Patrick Niemeier