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Pressespiegel

09Dez

Stormarner Tageblatt vom 9. Dezember 2017

Stormarner Wochenschau

KARIKATUR: MEGI BALZER

Gut ist nicht immer gut genug

Vertrieben Manchmal kann man sich wirklich nur verwundert die Augen reiben. Da wird gejammert, wie schlecht es um den Oldesloer Haushalt steht, kein Personal, kein gar nix. Aber ein Sicherheitsdienst fürs Kub ist mal eben so quasi über Nacht engagiert. Guck mal einer an.

Eines sollte jedem bewusst sein: Security ist nur ein Herumdoktern an Symptomen. Die Ursache wird damit nicht behandelt. Die Jugendlichen werden jetzt zwar aus dem Kub vertrieben, aber ein „Zuhause“, einen „Unterschlupf“, haben sie deshalb noch lange nicht. Ganz zu schweigen davon, dass es ja einen Grund haben muss, dass sie so sind, wie sie sind. Aber den Bedarf für einen Streetworker, hat man in der Stadt seinerzeit ja nicht gesehen. Stattdessen hauen wir das Geld jetzt für Sicherheitsleute raus.

Um es klar zu sagen: Das Benehmen einiger Jugendlicher im Kub ist nicht zu tolerieren. Und Sachbeschädigungen sowie Angriffe gegen Hausmeister oder andere Leute schon gar nicht! Das ist ein Fall für die Justiz. Trotzdem hätte diese Eskalation vielleicht verhindert werden können, wenn rechtzeitig der Fokus auf Prävention gelegt worden wäre. Stellen zu streichen oder sie nicht konsequent wieder zu besetzen, schlägt sich zwar positiv im Haushalt nieder, rächt sich aber an anderer Stelle.

Vertrieben Während kaum jemand den Weg ins Oldesloer Travebad fand und der angekündigte Belastungstest der Filteranlage ausfallen musste, erfreut sich das Kub in den Abendstunden insbesondere bei Jugendlichen regelmäßig großer Beliebtheit. Kein Wunder, es ist warm, trocken, und kostenloses WLan winkt. Etwas ratlos ist man beim Betreiber des Bades. Ein kleiner Tipp: Warm, trocken und kostenloses WLan...

Was eigenes Okay, andere Städte waren natürlich deutlich schneller, haben ihren „eigenen“ Kaffee längst. Geschenkt. Aber mal ganz ehrlich, was ist denn das für ein Name? „Beste Trave Stadtkaffee“ – 100 Punkte für diesen originellen Knaller. Immerhin greift er den abgelutschten Lokalbezug auf. Aber egal, es kommt natürlich auf den Geschmack an. Und der soll gut sein.

therapie Der Hamburger Flughafen, der nun Airport. und Helmut Schmidt heißt, hat wieder seinen Nachbarschaftspreis vergeben. Nein, keinen Gehörschutz, sondern Bares. Das Verfahren funktioniert auf die mittlerweile bekannte Weise. Initiativen oder Vereine stellen sich und ihr Projekt vor, und wer die meiste Zustimmung bekommt, gewinnt. Das war in diesem Jahr das DRK Norderstedt, das die 3000 Euro in die Anschaffung neuer Sauerstoffflaschen investieren will. Auf Platz drei landete der Förderverein der Kita Otto-Hahn-Straße in Bargteheide mit seinem Projekt „Musik für alle“. Die 500 Euro sollen in Instrumente investiert werden. Ein schöner Erfolg. Eigentlich. Denn auf Platz 2 landete der Hamburger Tierschutzvereins. Weil immer mehr Hunde Probleme mit ihrem Bewegungsapparat haben, hatte der Physiotherapien für Heimtiere angemeldet. Nun sind die Hunde also auch schon auf den Rollator gekommen.

Sonder-bar Ungeachtet aller kritischen Stimmen und vieler offener Fragen feiern Bund und Land, Parteien und Lobbyisten, Kreise, Städte und Gemeinden E-Mobilität als Lösung aller möglichen Probleme. Wie die Öko-Bilanz tatsächlich aussieht, spielt keine Rolle, solange das Auto nicht nach Diesel oder Benzin riecht. Das ist genau die Sichtweise, die Atomkraft-Gegner einst (selbst) mit dem Spruch „Bei mir kommt der Strom aus der Steckdose“ lächerlich gemacht hatten. Die Stadt Ahrensburg bekommt es sogar hin, die Widersprüche noch ein bisschen weiter zu drehen. Da ist man im Rathaus natürlich für E–Mobilität und will auch Elektroautos anschaffen. Eine E-Ladesäulen zu bauen, hat man noch nicht geschafft, aber die Schlossstadt bereitet schon die Änderung der Sondernutzungssatzung vor, um für E-Ladesäulen auf öffentlichen Grund auch Gebühren kassieren zu können. Ist das nur hinrissig, wenn der Bau von Ladesäulen gleichzeitig gefördert wird? Oder glaubt man im Rathaus doch gar nicht so fest an E-Autos?

Gut genug Ahrensburg wird vermutlich dem Vorbild anderer Kommunen folgen und Feuerwehrleuten eine Aufwandsentschädigung zahlen. Das ist eine überfällige Wertschätzung, die auch dazu dient, die Feuerwehrleute bei der Stange zu halten. Es ist der nächste Schritt nach der Aufrüstung der Fuhrparks, was auch auf THW, ASB und andere zutrifft. Wer heute junge Leute in seine Organisation locken und sie halten will, muss schon was bieten. Da ist das Beste gerade gut genug.

Rolf Blase, Andreas Olbertz, Stephan Poost