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Pressespiegel

13Dez

Stormarner Tageblatt vom 13. Dezember 2017

Sicher hinter Schloss und Riegel. Schöner abstellen in Bad Oldesloe: So sollen die geplanten Fahrradhäuser aussehen. Die Räder stehen sicher, geschützt und es gibt sogar Ladestationen für E-Bikes.

Visualisierung: Tricon Design AG

Bad Oldesloe. Es wird endlich konkret. Marei Locher vom Nahverkehrsverbund Nah.SH und Roland Neumann vom Planungsbüro „BahnStadt“ stellten im Bauausschuss vor, wie die Fahrradabstellanlage am Bahnhof aussehen soll. In fünf verschlossenen „Häusern“ sind 120 sichere Stellplätze geplant. Der Zugang ist nur Mietern möglich.

Eine mögliche Zugangsart könnte eine Registrierung über das Internet sein, wie Locher vorstellte. Die Sorge, dass der Andrang zu Stoßzeiten zu hoch werden könnte, teilte sie nicht. „Das spielt sich alles schnell ein“, ist sie sich sicher. Die Miete könne – genau wie die Zugangsart – ganz alleine durch die Lokalpolitik festgelegt werden. „50 bis 100 Euro im Jahr sind realistisch und werden so von anderen Städten erhoben“, erklärt Neumann. Die Internetportal-Variante sei beliebt und der Favorit der Präsentatoren. Allerdings müsste dafür eine Agentur beauftragt werden, die sich diese Arbeit auch bezahlen lasse. „Sie können aber auch selbst die Verwaltung und Vermietung übernehmen. Nur von klassischen Schlüsseln, die Sie dann an die Mieter verteilen, würde ich abraten“, so Neumann. Diebstähle aus elektronisch verschlossenen Modulen seien ihm nicht bekannt.

In jedem der fünf geplanten Mini-Radhäuser soll es auch vier Ladestationen für E-Bikes geben. In einem sechsten Modul sind 16 Plätze für Behindertenfahrräder, Lastenräder und ähnliche vorgesehen, die in den anderen Modulen keinen Platz finden würden.

Dass es nicht pro Stellplatz ein Schließfach geben wird, war einer der Hauptkritikpunkte. „Ich bin sicher, dass das nicht reicht. Da muss man nachrüsten“, sagte Wilfried Janson (Grüne). „Dann müsste man Bügel für die Räder weglassen, hätte dann weniger Stellplätze“, erklärte Neumann. Das sei nicht zielführend. Janson bezweifelte außerdem, dass „so wenige Ladestationen für E-Bikes“ ausreichend seien. „Unsere Erfahrungswerte sind bisher, dass Ladeplätze für Radakkus nicht so nachgefragt sind. Normalerweise gibt es kaum Bedarf. Sie laden den Akku ja über Nacht zuhause und müssten nicht am Bahnhof unbedingt wieder laden“, versicherte Neumann. Auch Politiker der anderen Fraktionen bezweifelten, dass der Faktor Ladestationen enorm bedeutsam sei. Wichtig sei es im Endeffekt vor allem, dass überdachte, abschließbare Stellplätze entstehen. Akku-Ladestationen seien da eher ein Bonus.

Aktuell geht Planer Neumann davon aus, dass der Bau 371 000 Euro kosten werde. „Mit der Versetzung der alten Boxen kommen wir dann auf zirka 400 000 Euro“, sagt er. Konkret sollen die vorhandenen Boxen ein „wenig in Richtung Hamburg“ verschoben werden, wie Neumann vorschlug. Dem Vorschlag stimmte die Lokalpolitik einstimmig zu.

Dass Locher immer wieder davon sprach, dass die Firma Kienzler die Module bauen werde, erschien der Bauausschussvorsitzenden Maria Herrmann seltsam. „Warum müssen wir immer Ausschreibungen machen und viele Grundlagen für Förderungen erfüllen, aber Sie bringen die eine, passende Firma gleich mit?“, fragte sie. „Kienzler ist – genau wie die Agentur BahnStadt – als der Gewinner von Ausschreibungen hervorgegangen. Das ist alles ganz korrekt gelaufen“, versicherte Locher. „Wir haben anschließend mit Kienzler genau wie mit der Agentur Verträge geschlossen. Das ist alles so abgelaufen, wie es sein muss“, so die Vertreterin von Nah.SH weiter.
Patrick Niemeier