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Pressespiegel

02Dez

Stormarner Tageblatt vom 2. Dezember 2017

Stormarner Wochenschau

KARIKATUR: MEGI BALZER

Übers Ziel hinausgeschossen ...

Mangelhaft Lebendige Adventskalender sind ja der Renner. Na ja, vermutlich flaut der Hype schon wieder ab. Ahrensburg und Bargteheide machen das schon seit vielen Jahren, Bad Oldesloe bietet jetzt zum zweiten Mal einen an. Aber offenbar ist das Adventskalender-Prinzip noch nicht so ganz verstanden worden. Sinn ist es doch, jeden Tag bis zum 24. Dezember ein Türchen zu öffnen. Am 1. geht es los, Heiligabend ist Schluss. Was habe ich als Kind Ärger bekommen, wenn ich – natürlich rein versehentlich – mehr als eine Tür pro Tag geöffnet habe. In Oldesloe ticken die Uhren irgendwie anders. Da geht es erst am 3. los, dann aber gleich mit zwei Terminen. Montag zwei Angebote, Dienstag eins, dafür lassen wir den Mittwoch einfach weg ... Also ganz ehrlich: Das ist doch kein Adventskalender!

viel zu teuer Der Tagesordnungspunkt kommt in Oldesloe regelmäßig: Kitagebühren. Da gibt es auch nichts groß zu diskutieren oder zu beschließen, die jeweils neuen Gebühren werden nur noch zur Kenntnis genommen. Dahinter steckt nämlich ein System. Die Stadt rechnet die Kosten mit den Trägern ab, was dabei herauskommt ist die Basis für die zukünftigen Elternbeiträge – 37,5 Prozent davon um genau zu sein. Darüber kann man trefflich lamentieren und beklagen, dass die Beiträge viel zu hoch sind. Man kann auch Maßnahmen zur Kostensenkung fordern. Aber dann doch bitte konkret werden.

In den sozialen Netzwerken wird an der Stelle gerne der städtische Klimamanager angeführt. Der könne doch gestrichen werden. Kann man politisch drüber diskutieren, trägt aber nicht zur Kostensenkung bei den Kindergärten bei. Damit würden nur der Stadthaushalt entlastet. Man könnte genau so gut weniger Straßen sanieren, die Benutzungsgebühren der Bücherei erhöhen auf verkaufsoffene Sonntage verzichten – macht alles die Kindergärten nicht billiger.

Wer die Kosten senken will, muss an die Leistung ran! Und da bestehen nur ganz enge Spielräume, denn vieles ist gesetzlich vorgegeben. Die erhöhten Verfügungszeiten sind nicht vorgeschrieben. Die sind ein Goodie, das die Stadt auf Druck der Träger und Eltern bewilligt hat. Die könnten gestrichen werden, die Kosten würden sinken, die Eltern müssten weniger Beitrag zahlen. Ist das wirklich gewollt? Alternativ könnte auch das Budget gesenkt werden. Eltern übernehmen den Putzdienst, die Kinder bringen eigene Buntstifte mit ... Ist das wirklich gewollt?

Eigenleben Was werden denn da für Spielchen gespielt? Der Architekt Dr. Rudolf Krebs wendet sich mit Visionen zur Entwicklung der südlichen Lübecker Straße an Bürgermeister und -worthalter und die beiden entscheiden: Das passt uns nicht in den Kram, das geben wir erst später in den zuständigen Bauausschuss. In der Bürgerfragestunde der Stadtverordnetenversammlung hat Krebs jetzt nachgehakt. „Aus den bekannten Gründen“, versuchte sich Bürgermeister Jörg Lembke an einer Erklärung. Was soll denn das sein? Der Kauf des Areals durch die Stadt?

Das ist mal wieder eine Missachtung weiter Teile der gewählten Politik. Der Bürgermeister soll umsetzen, seine Verwaltung leiten, aber nicht der Politik ins Handwerk pfuschen. Und Bürgerworthalter Rainer Fehrmann (CDU) freut sich, dass er endlich mal wieder was zu entscheiden hat, da vergisst er es doch glatt, sich für die Rechte des Parlaments, dessen Vorsitz er hat, stark zu machen. Dass die Bauausschussvorsitzende nicht seiner Partei angehört, wird da selbstverständlich keine Rolle gespielt haben.

Weiße Weste Keine Frage, die SPD-Stadtverordnete Rosie Behrend hat sich Verdienste um die Stad erworben – auch wenn sie keine war, die sich in die erste Reihe drängeln musste oder als Lautsprecher auffiel. Ruhig und besonnen, aber auch entschieden hat sie in den Ausschüssen gewirkt. Nach ihrem Rücktritt redet sie ihren Einsatz klein. Das ehrt Rosie Behrend.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sie Mitglied des St.-Jürgen-Vorstands war, der die Insolvenz von Heim und Stiftung zu verantworten hat. Es ist schon klar, warum Bürgerworthalter Fehrmann dass bei ihrer Verabschiedung nicht weiter thematisiert hat: Er war schließlich Vorsitzender.

Andreas Olbertz