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Pressespiegel

24Nov

Stormarner Tageblatt vom 24. November 2017

Rausschmiss – Vereine sollen aus dem Bürgerhaus. Verwaltung will im Obergeschoss Büros für Mitarbeiter einrichten / Organisationen sollen Kündigung kriegen.

Das Bürgerhaus soll zur Außenstelle des Rathauses werden. Olbertz

Bad Oldesloe. Wie lange ist das Bürgerhaus wohl noch ein Bürgerhaus? Im Hauptausschuss wurden jetzt Pläne bekannt, daraus eine Außenstelle des Rathauses zu machen.

Maria Herrmann (SPD) sprach das Thema an. Sie habe gehört, dass dem Bewährungshelfer im Bürgerhaus das Büro gekündigt worden sei. Weitere Mieter in dem Gebäude sollen zu Gesprächen mit der Verwaltung gebeten worden sein. Hauptamtsleiter Malte Schaarmann bestätigte: „Wir planen in der Tat, die Räume im ersten Stock als Büros zu nutzen.“ Für Verwaltungspersonal würden zusätzliche Flächen benötigt. Diese dann im Bürgerhaus einzurichten und den Vereinen dafür zu kündigen, so Schaarmanns Argumen- tation, sei sinnvoller, als zusätzliche Räume anzumieten. Soweit er wisse, seien noch keine Kündigungen ausgesprochen worden. Der Hauptamtsleiter ließ allerdings keinen Zweifel daran, dass sie kommen werden.

Die Räumlichkeiten seien mit einem dreimonatigen Vorlauf jeweils zum Jahresende kündbar – die Frist ist für dieses Jahr also längst abgelaufen. Schaarmann: „Wir gucken in Richtung 2019.“

Bei Maria Herrmann stößt das sauer auf: „Ich finde dieses Vorgehen sehr befremdlich. Es ist doch keine Beteiligung, wenn den Betroffenen lediglich mitgeteilt wird, dass ihnen gekündigt wird.“

Das sah Malte Schaarmann allerdings anders: „Wir wollen ja von denen wissen, wie wir helfen können.“

Andreas Olbertz

Standpunkt
Selbstherrlich

Das Bürgerhaus ist nicht irgendeine städtische Immobilie. Es ist ein repräsentatives Gebäude für das es (zumindest gedanklich) ein Konzept gibt. Das mag verbesserungswürdig sein, vielleicht ist das Bürgerhaus auch ein Relikt, das nicht mehr in die Zeit passt – alles möglich. Aber wenn, dann verfügt nicht der Bürgermeister im Alleingang, dass die Vereine dort für Verwaltungsbüros weichen müssen. Solche konzeptionellen Entscheidungen fällt immer noch die Politik. Aber ein Aufschrei blieb aus.

Das Vorgehen der Verwaltung zeigt, welchen Stellenwert das Ehrenamt hat: keinen! Wir brauchen eure Räume – tschüß. Über Hilfsangebote seitens der Stadt kann die DLRG seit Jahren einen Blues singen.

Andreas Olbertz, Redakteur
Kontakt zum Autor: ol@shz.de