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Pressespiegel

18Nov

Stormarner Tageblatt vom 18. November 2017

Neues Bauland in Wolkenwehe. Bauausschuss setzt B-Plan-Verfahren am Stadtrand in Gang / Finanzausschuss stimmt Ausübung des Vorkaufsrechts zu.

Die Stadt Oldesloe kauft die Grünfläche in Wolkenwehe, um daraus Bauland zu machen. Google Maps

Bad Oldesloe. Wenn es nach der Verwaltung gegangen wäre, hätte alles klammheimlich über die Bühne gehen sollen: „Ausübung eines Vorkaufsrechts“ heißt es nur nebulös in der Tagesordnung für den nichtöffentlichen Teil des Oldesloer Bauausschusses.

So geht es natürlich nicht. Aus der Tagesordnung muss erkennbar sein, worum es geht – das zu kaufende Areal muss also benannt werden. Und die Diskussion, warum und wofür die Stadt dort etwas kaufen sollte, muss schon öffentlich geführt werden. Ausschuss-Vorsitzende Maria Herrmann (SPD) hatte entsprechende Gesetzespassagen herausgesucht. Da gab es auch für die anderen Ausschussmitglieder nichts zu diskutieren: Einstimmig wurde beschlossen, den Punkt zumindest teilweise öffentlich zu beraten.

Konkret geht es um ein Grundstück an der Wolkenweher Dorfstraße – Richtung Ortsausgang, linker Hand, kurz bevor die Bebauung endet, führt eine Stichstraße an einigen rückwärtig gebauten Häusern vorbei auf eine landwirtschaftliche Fläche. Dort könnten sicherlich schöne Baugrundstücke entstehen. Im Flächennutzungsplan ist dieser Bereich sogar für Wohnbebauung bereits ausgewiesen. Für rund zehn Grundstücke könnte dort Platz sein.Alles könnte relativ einfach sein, wenn der Bereich nicht im Radius der neuen Wolkenweher Windmühle läge – worauf Wilfried Janson (Grüne) hinwies. Dort kann es also zu Lärmbelästigung und Schattenwurf kommen, eventuell sogar zu Zwangsabschaltungen der Mühle – je nachdem, welche Regelung Anwendung findet. Daraus entwickelte sich eine Diskussion, welche Regelung denn nun eigentlich gelte und ob es nicht ohnehin zu viel Windstrom gebe. „Ich wundere mich“, sagte Matthias Rohde (FBO), „wir wollen eigentlich Wohnraum schaffen und reden stattdessen nur über Windkraft.“

Hans–Hermann Roden (SPD) machte keinen Hehl daraus: „Ich bin Befürworter, dass die Stadt Baulandbevorratung betreibt.“ Er wies allerdings darauf hin, dass es einen Grundsatzbeschluss gebe, dass in neuen Baugebieten 30 Prozent sozialer Wohnungsbau Pflicht sei. Seitens der CDU hält Uwe Rädisch das in einem so kleinen Bereich nicht für machbar. Er plädierte dafür, stattdessen lieber an anderer Stelle mehr sozialen Wohnraum zu schaffen. Dafür erntete er heftigen Widerspruch seitens der SPD. Eine Verrechnung sei nicht möglich.

„Ich halte da nichts von“, begründete Maria Herrmann ihre Stimmenthaltung: „Das ist für mich nicht zukunftsfähig.“ Wolkenwehe fehle es an der entsprechenden Infrastruktur. Stattdessen sollte sich lieber auf die Innenstadt konzentriert werden. „Es gibt ja nicht mal einen Bus“, stimmten ihr Anlieger zu.

Mit neu Ja- und einer Gegenstimme bei einer Enthaltung wurde beschlossen, eine entsprechende Bauleitplanung in Gang zu setzen. Geld für den Grundstückskauf stehen im Haushalt bereit.

Andreas Olbertz